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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 2 · p. Seite 88

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 2
Article
Das jüdische Unterrichtswesen während der spanisch-arabischen Periode [Rezension]
Date
1874-01-01
Page
Seite 88 (sequence 4)
Language
German
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88 Recension. der jüdischen Pädagogik besonders der Darstellung sähig und bedürftig ist. Güdemann hat das Verdienst seines Werkes auch noch besonders durch Herausgabe wichtiger, bisher nur Handschriftlich vorhandener Materialien zur Geschichte der jüdischen Pädagogik erhöht, deren Uebersetzung er nach dem Beispiel der berühmten Geschichtsschreiberder Pädagogik im Texte eingewebt hat. In der Einleitung (1—16) giebt G. Rechenschaft von seinem handschriftlichen Material, das drei hebräische und zwei arabische Schriften nmfaßt. Die beiden letzteren sind das 27. Capitel des britteu Abschnitts ans den! Tab-ul-Nufus, der ״Heilung der Seelen" von Josef ibn Aknin, das in Oxford aufbewahrt wird, und das Dürr Ibn Sina's') nach einer Handschrift der Wiener Hofbibliothek. Das Stück von Ibn Aknin erscheint in sorgfältig behandelter Ausgabe zum ersten Male in unserem Buche. Von den hebräischen Handschriften hat Güdemann nur das 15. Capitel aus dem Buche Jair Natib des R. Jehuda den Samuel ibn Abbas veröffentlicht, von den beiden übrigen aber sehr häufig, wo es zur Aufhellung des Aknin'schen Textes nötyig schien, größere Auszüge in den Anmerkungen zur Uebersetzung gegeben. Es sind dies eine anonyme Handschrift der Wiener Hofbibliothek, in der bereits Steinschueider (Erschund Gruber, Sekt. II, Bd. 31, S. 51) eine Uebersetzung des Aknin'schen Capitels, und eine Güdemann gehörige Handschrift eines Werkes von Scheintod ibn Falagnera (ראשית חכמה), in dem Güdemann eine Uebereiustimmung mit Aknin entdeckt hat. Im ersten Kapitel (16—32) wird die Entfaltung der Wissenschaft und Cultur in der jüdisch-arabischen Epoche geschildert. Hier hat sich G. mit einigen kurzen, aber bezeichnenden Strichen begnügt, es hätte sonst das Aufblühen der Kultur eingehender und an einzelnen Beispielen gezeigt werden müssen. G.'s Darstellung (S. 20) der spanischen Verhältnisse erweckt den Schein, als hätte die Ausbreitung der Wissenschaft hier gleich anfangs ״mit dem religiösen Vorurtheil zu kämpfen" gehabt und als hätten z. B in der Zeit Bachja ibn Pakuda's die Wissen- י) Hier scheinen G. die Bemerkungen Steinschneiders (Hebr. Bibl. X, 78) entgangen zu sein, der das Dürr dem Ibn Sina absprechen zu müssen glaubt.

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