Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 23 (1874)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Das jüdische Unterrichtswesen während der spanisch-arabischen Periode [Rezension]
- Date
- 1874-01-01
- Page
- Seite 90 (sequence 6)
- Language
- German
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so Recension. würdigt (S. 28, 1) nicht übersehen, daß wir es hier mit einer Aebersetzerfamilie zu thun haben, durch die eine Reihe der wichtigsten Werke der jüdischen Literatur allgemein zugänglich gemacht wurden, in welcher inan darum barauf bedacht sein mußte, daß nicht durch uachlässige, leichtfertige Haudschrift falsche Ansichten in Umlauf gesetzt würden. Daß aber Jehuda den Gesichtspunkt der Uebersetzerthätigkeit in diesem Testament im Auge hatte, beweist die Aeußerung: ״Denn das wird beim Uebersetzen dir behülflich sein ״כי יועיל לך בהתעחקה (S. 7). Jndividuell erscheint auch die Empfehlung und Anweisung des Lehrstoffes, der eben für einen Arzt und jüdisch-arabischen Uebersetzer bestimmt ist und durchaus nicht, wie G. meint (S. 30) ״die ganze Encpclopädie der damaligen Wissenschaften" umspannt, da z. B. Mathematik, Astronomie — von Chronologie ist allerdings die Rede — Naturwissenschaft fehlen, von denen die Araber damals bereits sehr bedeutend Kunde hatten. (Schluß folgt.) Bericht über das Seminar. Das Seminar begeht die zwanzigste, an das Andenken seines Stifters, des sel. Commerzienrathes Jonas Fränkel, anknüpfende Gedächtnißfeier. Bilden zwar zwanzig Jahre noch nicht eine» zu besonderer Betrachtung auffordernden Zeitabschnitt, so ist es doch gerechtfertigt, daß an ihrer Grenze ein prüfender Rückblick geworfen werde auf das, was sie geleistet und wie dem bei ihrem Beginne für das Senrinar erfaßten Plan entsprachen wurde. Das Seminar war Lei seiner Entstehung eine neue Schöpfung, es fehlte au Vorbild und Leitfaden. Die frü- Heren Akademieen hatten eine den Anforderungen ihrer Zeit entsprechende Bahn eingeschlagen, die jedoch den gesteigerten Anforderungen der allgemein vorgeschrittenen Bildung nicht mehr genügte. Mit dem theologischen Wissen soll in unseren Tagen allgemeines Wissen sich verbinden, der Glaubensschatz von dem Geiste der Wissenschaft durchdrungen sein, Glaube und Wissenschüft, einander tragend, sollen hier der blinden Orthodoxie, dort