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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1874-01-01 · Heft 2 · p. Seite 87

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
23 (1874)
Issue
Heft 2
Article
Das jüdische Unterrichtswesen während der spanisch-arabischen Periode [Rezension]
Date
1874-01-01
Page
Seite 87 (sequence 3)
Language
German
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Recension. 87 alte, hergebrachte Lehrstoff war damit freilich nicht beseitigt, er bestand nach wie vor, aber den Einwirkungen des neuen Geistes konnte er nicht auf die Dauer sich entziehen. Wissenschaften, von denen mau im alten Israel und selbst noch in dem der talirudischen Epoche kaum eine Ahnung hatte, sehen wir um die Wende des ersten Jahrtausends unter den Juden mit frischer Kraft erblühen, das Bildungsideal hat zu einer Ausdehnung sich erweitet, in der das frühere nunmehr nur einen Theil ansmachte. Aber nicht immer blieb es so. Die fröhliche Unbefangenheit, mit der Anfangs Glauben und Wissen nebeneinander hergegangen waren, wich immer mehr, die Wissenschaften mußten ihr Recht erkämpfen und fingen an, eingeschränkt zu werden, mit dem fessellosen Hinausstreben der Forschung hatte es ein Ende, das Bildungsideal gerieth ins Schwanken, verengte sich immer mehr, bis es endlich wieder zur alten Ausdehnung der religiösen Wissenschaft zusammenschrumpfte. Spanien ist das Musterland dieser Entwickelung. Als hätte die Weltgeschichte zeigen wollen, was semitische Kraft auf fremdem Boden selbst vermag, hat der Islam sowohl wie das Judenthum in Spanien eine Cultur gezeitigt, die im ganzen Mittelalter unerreicht blieb. In jenem Traum der Weltgeschichte, wie man die Herrschaft der Araber in Spanien genannt hat, sind auch die Juden reichlich bedacht worden. Der Lauf der Cultur unter ihnen war dem Laufe der Cultur unter den spanischen Arabern nicht unähnlich, die Entwickelung derselben ist bei beiden Völkern eine klar abgegrenzte, und um die Abgränzung auch äußerlich kenntlich zn machen, erlischt das Leben beider auf der pyreuäischen Halbinsel fast gleichzeitig. Die Geschichte der Pädagogik hat in ihren bisherigen Bearbeitungen diese Epoche des jüdischen Volkslebens mit Stillschweigen übergangen, wiewohl der großartige Anfschwung der jüdischen Literatur in dieser Zeit auf eine tiefgreifende Umgestaltung und Erweiterung des allgemeinen Unterrichts doch eigentlich hätte müssen schließen lassen. Dr. M. Güdemann hat der verdienstvollen Aufgabe sich unterzogen, diese Lücke auszufüllen. Die Behandlung des Unterrichtswesens bei den Juden gerade der spanisch-arabischen Epoche erfüllt ein Bedürfniß der Wissenschaft und trägt seine Berechtigung in sich, da dieser Theil der Geschichte

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