Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 12 · p. Seite 556

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 12
Article
Der geschichtliche Inhalt der beiden Psalmen 42 u. 43 und die Zeit ihrer Abfassung
Date
1873-01-01
Page
Seite 556 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2829430-2829443-2867672--15188-2867713
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

556 Der geschichtliche Inhalt der beiden Psalmen 42 und 43 mung des eben angeführten Berichts von Josephns mit den vom Psalmisten gegebenen Merkmalen über den ״kleinen Berg", wird schwerlich noch die Identität des Banias mit הר מצער in Zweifel zu ziehen sein. Zu bemerken ist noch, daß das מ vor מהר die nahe Entfermtttg' vom Berge bedeute; ähnlich wie מר מדלי: ein Tropfen herabhängend am Eimer (Jes. 40, 15), denn der Gefangene kamt sich nach Lage der Felsengrotte, ans welcher der Jordan entspringt, nicht ans dem Berge Banias befunden und über seine traurige Lage geklagt haben : ״alle deine Brandungen und deine Wellen sind über mich hingegangen." עלי עכרו kann hier nur die Bedeutung haben und übersetzt werden: b e i m ir vorüber gerauscht; ähnlich נצבים עליו, standen bei ihm (Gen. 18, 2). Der Dichter befand sich ganz nahe am Berge Banias in einer Stadt am Jordan in Gefangenschaft. Wir können nun der Frage näher treten nach Ursache und Zeit der Verbannung und nach der befestigten Stadt, in welcher der Psalmist gefangen gehalten wurde. Es ist bereits darauf hingewiesen worden, daß der Dichter nicht wie ein gemeiner oder Staatsverbrecher, oder wie ein seines Thrones entsetzter König, gleich Jojachiu, in einem Kerker (!«2 כיה כל Kug. 25, 27) eingeschlossen, sondern blos in einer befestigten Stadt mit dem Rechte der freien Bewegung innerhalb derselben internirt gewesen war. Denn wie bereits erwähnt, gesteht er durch 10 ,42) אלך) und besonders durch אתהלך l u stwandeln (43, 2) selbst zu, daß er das Recht hatte, sich im Freien zu bewegen und zur Erholung zu lustwandeln. Er klagt blos darüber, daß es in einem beschränkten und abgegränzten Territorium (בלחץ אויב, wie מים לחץ) geschieht, lieber Ungemächlichkeit klagt er überhaupt nicht, sondern blos darüber, daß trischen Gründen unrichtig «vergl. Ritter Erdk. XV 153. 173—177). Der Tetrarch Philippos machte jenen Versuch wahrscheinlich an einer an> dem, mehr nördlich liegenden Stelle, heut zu Tage Schaba. Ritter Io 175.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.