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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 12 · p. Seite 555

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 12
Article
Der geschichtliche Inhalt der beiden Psalmen 42 u. 43 und die Zeit ihrer Abfassung
Date
1873-01-01
Page
Seite 555 (sequence 9)
Language
German
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und die Zeit ihrer Abfassung. 565 bestimmte הר מצער in V. 7 wird jedoch in denr folgenden V. 8., in welchem jedes Wort, so sehr auch mißverstanden, eben so sehr Prüfstein ist, um §1t dessen wahren Sinn zu gelangen, in Form einer Ansprache an diesen ״kleinen Berg" näher beschrieben und markirt, um dessen Oertlichkeit sicher festzustellen. Die Ansprache לקול ענוריך ist nicht an Gott, nicht an אלהי in B. 7, sondern, da vor מרר sich kein Waw cop. befindet, an den ״kleinen Berg" gerichtet, über welchen der Dichter zu dessen Erkennung sichere Merkmale angiebt. Die Bedeutung von הרוה ist bekanntlich zunächst unterseeischer oder unterirdischer Wasserschätz. Hier ist von mehreren solchen Quellen die Rede, ivovon die eine sich in die attdere ergießt אל תהום. Der Dichter drückt durch תהום אל תהום das Fortströmen einer unterirdischen Quelle aus, die sich flickend mit andern Quellen verbindet; Quellen die sich einander ereilen und im brausenden Zusammenstoß vereinigen קורא לקול, die aber nicht aus der Tiefe des Meeres kommen und demselben noch Gewässer zuführen, sondern unterhalb der Erde sich Bahn brechen und so einen Canal höhlen (צנור), sich in diesem Canal eine sehr beträchtliche Strecke fortführen unb dann endlich in ein Bett Wasserfall artig sich ergießen. Was anders ist hier in poetischer Kürze beschrieben und geschildert, als die spätere Mittheilung des Josephus (Jüd. Kriege III 10, 7), ״daß die muthmaaßliche Quelle des Jordan das Paneion sei, die jedoch selbst bitrcfj unsichtbaren unterirdischen Zufluß aus der sogenannten Phiala (Schale) gespeist wird." ״Der Tetrarch P h i I i p p o s oon Trachouitis wies zuerst diese Oertlichkeit als die Quelle des Jordan nach, die vor ihm unbekannt war. Er lies nämlich Spreu in die Phiala werfen, die in Paneion, wo man früher den Ursprung des Flusses annahm, wieder zum Vorschein kam."') Bei solch auffälliger Uebereinstim- ') Die Angabe, daß die (östliche) Jordanquelle bei Paneion (jetzt Banias) aus der Phiala gespeist werde, die in dem jetztgenannten Birket er Ram aufgefunden wurde, ist nach neuerer Untersuchung aus hypsome-

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