Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 12
- Article
- R. Abraham b. David aus Posquières
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 543 (sequence 8)
- Language
- German
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N., Abraham b. Davidags^Posguiercs. m und dkffen, Zeit, und Mtersgenoffe, Nbr,a.h a U b. David, der in den späteren Schriften oft schlechthin ״der Kritiker" (פעלהשגווו) genannt iptrd. Die Kritik. des Letztern, zeichnet( sich , durch Tiefe, Gründlichkeit, Klarheit und-eure seltene Präcision des Ausdrukkes au s. Der Verfasser vermeidet alle rrnnöthigen > Umschweife, sondern, geht direct auf das Ziel los und dringt mit schneidender Schärfe in den streitigen Punkt ein, bald gleich einem Arzte, der mit geschicktem Griffe die Sonde an die wunde, Stelle-legt, bald gleich dem Fechter, der , im Kampfe die Waffemit, Wucht gegen die entdeckte Blöße des Gegners schleudert. , Er zeigt einen durchdringenden Verstand,, einen Hellen Geistesblick, ״eine umfassende, bas ganze Gebiet des Talmuds beherrschende Gelehrsamseit und dabei eine Selbstständigkeit, in der er keine,höhere Autorität anerkenntals die Wahrheit, ,die er selbst, erkannt, oder,wie er sich öfter ausdrückt, ״die ihm der göttliche Geist, offenbart hat." Dieses stolze Selbstbewußtsein von seiner geistigen, Ueberlegenheit führte ihn aber oft zur Eingenommenheit von sich, in der er keinen Widerspruch gegen dasjenige, was er als wahr erkannt hatte, ertragen konnte. Er besaß alle Eigenschaften eines eminenten Kritikers, nur ein Vorzug fehlte ihm — die geistige Ruhe der Objektivität. Er war zu sehr von seinen/eigenen Ansichten und von der unumstößlichen Richtigkeit derselben eingenommen, als daß er auf den Standpunkt seines Gegners hätte eingehen können. Außerdem besaß er wirklich eine leicht erregbare,,und reizbare Natur. Aus dieser Reizbarkeit entsprang der säst leidenschaftliche Ton, den er so oft in seiner Kritik anschlägt. Er war ferner von solcher Liebe zur Wahrheit durchdrungen, daß er dieselbe nicht blos als Sache des kalten Verstandes, sondern auch, so zu sagen, als Angelegenheit des Herzens betrachtete und daher zu ihrer Vertheidigung nicht nur mit der ganzen /Kraft seines Geistes, sondern auch mit der vollen Gluth seines Herzens eintrat. Dadurch gab er oft seiner Kritik ein persönliches Gepräge. Die, rücksichtslose Härte seiner Kritik.'ist der ,einzige