Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Neue Wahrnehmungen an Eldad Haddani, Jehuda ben Koreisch und Saadia
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 490 (sequence 10)
- Language
- German
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490 Neue Wahrnehmungen an Eldad Haddani, Jeh uda Deutlichsten verräth, ist die Art und Weise, wie er das hebräische Sprachgut bezeichnete. Für seinen Talmud reichte er mit dem Hebräischen, dessen Formener in Paötanim-Weise ungrammalisch bildete, noch so ziemlich aus. ') Am Ende umschloß der Talmud ein ganz abgegrenztes Leben, das trotz der Zeiten Lauf und Wechsel eine gewisse Gleichartigkeit fortbehielt; aber im Umgange und für das Leben, das sich allenthalben anders entfaltet und im Laufe der Zeiten immer reicher sich entwickelt, da konnte unmöglich das hebräische Sprachgut genügen, mochte auch ein ana% Zayo/usvov seinem Zusammenhänge nach gedeutet und in dieser Deutung angewandt, mochte auch das verwandte Chaldäische zugezogen werden. Mit einer Schrift- und Gelehrtensprache kommt nran im lebendigen Verkehre nicht weg. Und Eldad, der angeblich nur hebräisch sprach und verstand, der, wie die Kairuaner sagen, auch nicht einen einzigen Ausdruck aus dem Arabischen oder Aethiopischen verstand, blieb nie stecken, für Alles hatte er einen Ausdruck, den er nicht etwa im Momente erfand, wie die Kairuaner Anfangs mißtrauisch dachten, den er vielmehr immerfort gebrauchte. Bildete er seine Sprache nach onomatopointischen Gesetzen? Wahrscheinlicher ist es, daß die Handhaben im Gedächtnisse Eldads entweder in seiner Muttersprache oder doch in einem Litteraturkreise zu suchen sind, der unserem Abenteurer von Kindheit an sehr bekannt war. Daß Eldad den Tal- ') Die Kairuaner nennen die Sprache des danitischen Talmuds לה״ק מצוחצח, die sie aber zu verstehen scheinen, und geben als Curiosa nur drei Worte für Gegenstände aus dem Leben, u. a. ריקור־ז für תנר־זרא ,צפור für יונח und דרמום für פלפל. Freilich kommen in 'den kurzen הלכור־ן שחיטה, welche die Kairuaner dem Gaon vorlegten, ange nicht so viel horrende Worte vor, wie in den ausführlichen des M. S. Hunt. 345 bei Goldberg Risälcth p. 18 u. ff. und Juchasin sä. Philippowsky S. 208. Eine nä- Here Auskunft über jenes M. S. wäre sehr erwünscht. Sollte wirklich der berühmte R. Chananel b. Chnschiel einige Absätze der Eldadschen Halachoth mit eigener Hand geschrieben und die Erklärung des Wortes פתמוהו aus פר־זאכש hinzugesügt haben?