Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Neue Wahrnehmungen an Eldad Haddani, Jehuda ben Koreisch und Saadia
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 484 (sequence 4)
- Language
- German
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484 Neue Wahrnehmungen an Eldad Haddani, Jehuda und Ben Koreisch freie Hand haben, sie wenigstens ein Alter von siebzig Jahren erreichen zu lassen.') Von den drei in der Ueberschrift genannten Männern ist Saadia der bekannteste, was Charakter, Vorzüge und Mängel der Persönlichkeit und konfessionellen Standpunkt betrifft. Darüber sind Alle sich völlig klar, daß Saadia, ein ausgesprochener Parteiführer der Rabbaniten, mit seiner ganzen Persönlichkeit für die Tradition eintrat, die er bald mit mehr, bald mit weniger Geschick vertheidigte. Weniger bekannt sind bis jetzt Saadia's Leistungen auf dem Gebiete hebräischer Sprachwissenschaft. Es erschien ungerecht, ihn nach den wenigen Trümmern, die von seinen Schriften hebräisch - philologischen Inhalts sich uns erhalten haben, zu beurtheilen. Doch vielleicht gelingt es noch einmal, sein Agron aufzufinden, nachdem vor Kurzem die Einleitung dazu gefunden wurde. So viel sich aus dieser schließen läßt, hatte Saadia's Agron viele Aehnlichkeit mit der Abhandlung des Ben-Koreisch, namentlich mit den letzten Partieen derselben, und es erscheint durchaus zeitgemäß zu untersuchen, welcher Art die Beziehungen zwischen Saadia und Ben Koreisch gedacht werden müssen. Eine solche Untersuchung darf auch den confessionellen Standpunkt des Ben Koreisch nicht unberührt lassen, muß sogar, da seine harmlose Berufung auf Eldad — als auf seine Autorität in Beurtheilung der Hebraicität einer Wurzel — selbst hervorragende Forscher zu irrigen Schlüssen verleitete, auch die Geschichte des Abenteurers Eldad mit in ihren Kreis ziehen. Wir beginnen auch mit ihm, als dem Aeltesten der Gruppe. Daß Eldad ein Betrüger war, hat Graetz mit Recht als eine psychologische Thatsache hingestellt, über die sich eigentlich gar .) Daß Saadia nur 50, nicht achtzig Jahre gelebt hat, wie Firk. aus einer von ihm mißverstandenen Stelle eines Saadianischen Fragments hat schließen wollen, hat Geiger mit Recht in den letzten Heften der Zeitschrift (1872) wiederholt geltend gemacht.