Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 10
- Article
- Die Söhne des Herodes
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 466 (sequence 8)
- Language
- German
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466 Die Söhne des Herodes. war Antipas unglücklich, und beinahe sein ganzes Heer wurde durch den Verrath einiger Ueberläufer, die aus der Tetrarchie nie einem von beiden streitenden Mächten gehört hat. — Josephus ist sich des chronologischen Sprunges, den er bei der Erzählung der Gründe dieses Feldzuges macht, genau bewußt. Er hat die judäische Geschichte bis zu den parthischen Händeln, die seiner Berechnung nach in das Jahr 36. fallen, fortgeführt, hat dann die Geschichte des Tetrarchen Philipp, über den nur einige Notizen nachzutragen waren, beendigt und hat nun von Ereignissen, die unter Tiberius Vorgehen, (abgesehen von der Geschichte des Privatlebens Agrippa's I vor seiner Thronbesteigung) nur noch den Araberkrieg des Antipas zu erzählen. Mit tovto/‘ findet er die Anknüpfung an das soeben erzählte Absterben des Philipp. Die Ursache des Krieges aber zwingt ihn, ein Stück zurückzugreifen, da ihm bisher keine bequeme Gelegenheit gegeben war, die Flucht der arabischen Prinzessin und die Ehe mit Herodias zu erzählen und somit die eingetretene Spannung mit Aretas zu begründen. Nachdem er deswegen die tiefer liegende Ursache weitläufig auseinandergesetzt hat, kommt er dann mit einem großen Sprunge sofort zur eigentlichen näheren Veranlassung des Krieges, indem »er sagt: 0 de äqx^ ravTrjv 7101Y[aa\18v0g tcsqC t6 oqojv iv rrj ן7ץ rfj rajuaXandc [l;ier nimmt Dindorf mit Recht eine kleine Lücke an, etwa: amacäaavT8g] xai dvvä^ewg ixareqcp GvXXeyeforjg, elg noXe^xov xadCamwac. E r sagt wohlweislich, um jedem möglichen Mißverständniß vor zu beugen, klar und deutlich: d de äq%1)v £%& q a g TCtvTYjv nocTjtfä^usvog, und nicht ahktv noXe!xov. Es ist also, um es nochmals zu betonen, gänzlich unstatthaft, wie Keim will, ohne Weiteres äqxyv Ursache des Krieges zu nehmen. — Daß sich Antipas der Burg Machärus gleich im Anfang dieses Krieges bemächtigt habe und dorthin sofort den gefangenen Johannes bringen ließ, was Keim und Schenkel deswegen annehmen, um den nachmaligen Besitz der Feste durch Antipas zu rechtfertigen, ist eine leere Hypothese. Und die Momente, die herbeigebracht werden, um diese Hypothese zu stützen, daß nämlich Antipas aus Furcht vor einem Aufstande im Rücken sich gerade damals des Täufers bemächtigt habe, daß er aus Furcht, der Täufer könne daheim gewaltsam befreit werden, ihn an der äußersten Grenze seines Reiches, in der soeben eroberten Feste, untergebracht habe, beruhen allesammt wiederum auf der Combination, daß Philippus Tod, die Herodias-Ehe und das Ende der Lehrthätigkeit des Täufers dem Ausbruch des Araberkrieges unmittelbar vorhergehen : eine Annahme, die, wie wir vermeinen, durch unsere Auseinandersetzungen über die dem Antipas zugeschriebene Erbschleicherei beim Nachlaß des Philipp, über den Zeitpunkt seiner Ehe mit Herodias, über die Daten aus der Borgeschichte Agrippa's I bereits erschüttert worden ist. Mir scheint dem-