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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 10 · p. Seite 465

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 10
Article
Die Söhne des Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 465 (sequence 7)
Language
German
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Die Söhne des Herodes. 468 Der Zeitpunkt auf den die Hinrichtung des Täufers fällt, wird uns nicht genau angegeben. Josephus sagt nur, daß das Unglück des Tetrarchen im Feldzuge gegen Aretas von Arabien (etwa 36. n. Chr.) von manchen der Verschuldung zugeschrieben wurde, die er sich durch den Mord des unschuldigen Johannes zugezogen hatte. Unter solchen Umständen bleibt natürlich die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß Johannes zu Ende der zwanziger oder gleich zu Anfang der dreißiger Jahre den Tod erlitten habe. (Vgl. S. 468. Anm.) Nach der Hinrichtung des Täufers nahm Jesus, lehrend und predigend, die Thqtiqkeit desselben auf, bis auch er als Opfer seiner Bestrebungen fiel. Antipas war, wie es scheint, bei seiner Hinrichtung nicht betheiligt. *) Der Feldzug nun, dessen unglücklicher Ausgang im Volke als Bestrafung für die letzte Uebelthat des Tetrarchen angesehen wurde, entsprang ebenfalls Verwickelungen, welche durch die Ehe mit Herodias angebahnt worden waren. Aretas war, wie wir gesehen haben, seitdem seine Tochter vom Hofe des verworfenen Tetrarchen geflohen war, dem Antipas nicht mit Unrecht feindlich gesinnt. Lange Jahre hielt er aus Gründen, die sich jeder Berechuung entziehen, seinen Groll nieder, bis es endlich durch Grenzstreitigkeiten über die Gegend von Galaaditis, (wie Keim mit Recht statt ״Gamalitis" bei Josephus zu lesen vorfchlägt,) etwa im Jahre 35 oder 36 zum Bruche kam. a) In diesem Kriege 9 Bezüglich der Betheiligung des Antipas an der Hinrichtung Jesu, die Lucas allein von allen Evangelisten erzählt (Luc. 23, 6—-13), schließe ich mich der von Baue r, (Kritik der Evangelien ll S. 24?’,) S t r a u ß, a. a. O.S. 573; Schenk e l, B.-L. III, 298; Charakterbild Jesu (3. Ausl.) 2. 216. 283; Volkmar a. a. O. S. 594 und zuletzt auch von Keim III, 379 vertretenen Ansicht an, daß jener Passus bei Lucas nicht für historisch gelten könne, daß er vielmehr mit der klaren Tendenz componirt sei, den Herrn und Messias von allen jüdischen und heidnischen Gewalten seiner Zeit verworfen werden zu lassen, damit er dann mit vollem Rechte als Sühnopfer für die g esa nunte Menschheit fallen könne. 9 Ueber Gamalitis konnten schon deswegen keine Grenzstreitigkeiten ausbrechen, weil Gamala, östlich vom See Genezareth gelegen, wahrscheinlich Frankel. MonatOsihrist XXII. 10. 30

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