Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 10 · p. Seite 461

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 10
Article
Die Söhne des Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 461 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2829132-2829430-2829441-2867543--15076-2867583
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Söhne des Herodes. 461 durch die unvermeidliche Aufregung der Massen Elemente in Bewegung gesetzt wurden, durch deren Entfesselung die schlimmsten politischen Wirren zu befürchten waren. Von jenen f ü r das Wohl und die Zukunft ihres Volkes glühend begeisterten Männern,') waren es namentlich zwei, die von der Vorsehung eine iveltgeschichtliche unv welterschütternde Rolle zu spielen berufen waren: Johannes, der nach einer dunkeln Tradition des Suca»a) aus priesterlichem Geschlechts war, und Jesus, Sohn des Joseph und der Maria, aus Nazareth in Galiläa. Der Elftere war, wie Graetz 4) bewiesen hat, nach allem, was wir von ihm wissen, ein Essäer. Er trat aus mit dem Mahnruf zur Buße und Besserung und forderte die Juden auf, durch die Taufe im Jordan zu manifestiren, daß sie. in körperlicher und sittlicher Reinheit fortan ein Leben, frei von Sünde und Leidenschaft, tugendhaft und gerecht gegen Gott und Menschen, zu führen, fest entschlossen seien. 5) Tausende folgten dieser Aufforderung, und die Menschenmassen, die sich um ihn schaarten, hingen in schwärmerischer Liebe an ihrem Führer und Lehrer und waren Alles für ihn zu thun bereit. Daß der sittenstrenge Prediger in der Wüste daran gedacht hätte, seine Anhänger zu politischen Umwälzungen zu gebrauchen, davon kann nicht die ') Vgl. Ant. XVIII, 4, 1. XX, 5, 1. ף Luc. 1, 5 sf. *) In welchem Verhältnis; Beide zu einander stehen, ist für meinen Zweck Nebensache. ") a. a. O. S. 219; vgl. Strauß, das Leben Jesu (1864) S. 191 und Hausrath I, 143 u. 146. °) ״xreCvei ydü tovtov (tov * *Imävvijv) ‘Hqmärfi dya-Odv a.väoa xal tovc גIovdaCovg xslsvovva dy£Tt)v inaGxovVTag xal %7j noog a/tArjhovc, dtxcuoavvj! xal nydg tov ■iftov tvaeßsca. [livovg ßaJTUfffiw avvievai“, sagt Jos. (Ant. XVIII, 5, 2), und im folgenden Saß, der von der Kraft der Taufe handelt, klingen offenbar essäische Anschauungen hindurch : ״oiVoj ydo xal zrjv ßannaiv drcoätxztjV avtm (pavslGilai, uij im uvojv u^iuyidäaiv naouurjßtc Xyojfuvuyi’, dXk' ifji uyvtliy. tov (Sojiiutuc die dfj xal rrjg ipvdtxaioavvtj 7Tü0£xx£xul)uüf1ävrtg.“

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.