Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Halachakritik
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 428 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2829132-2829430-2829440-2867482--15037-2867534- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
428 zugleich vierter Artikel zur Halachahkritik. .mand -dnp.ch einen -eines Steinhaufens gelobtet Mch?) — Diese Kenotaphien nun — denn es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß Jeder, der eine Leiche auf seinem Felde beim Graben fand, von der Erlcmbniß, die Knochen wegzuschaffen, Gebrauch machte — wurden von Gerichtswegen durch riberkalkte Steine gezeichnet.^) Es lag aber in der Natur der Sache, daß solche rauf geantwortet wird ו־זפו־זר בקמצוץ," dieser Getödtete ist nicht durch Menschenhand umgekommen, sondern durch einen über ihn gestürzten Stein — oder Erdhaufen, was eben die von Kopf zu den Füßen gekrümmte Lage beweist. ■ *) Der babylonische Talmud Nasir 65 a schließt gleichfalls von מושכב כדרכו jede andere Lage der Leiche aus, gibt aber als Grund an דילמא נכרי הוא. Wie aber, wenn der Leichnam.als jüdischer kenntlich ist? Nach Jeruschalmi Mischna und Tosifta Hat er! kein ר־זפוםדו׳, weil er in solcher Lage נהרג ist. Bemerkenswerth ist auch die Angabe des Babli, die Heiden hätten die Todten nicht liegend, .sondern gekrümmt begraben. Im J^ruschahni finden .Mr.dayyn Nichts,..es wäre auch ausfallend, da Griechen und Römer ihre Leichen auch liegend begruben, vgl. Funke Reallexicon V. 240. Die babyionischen Amoras müssen aber Beweise gehabt haben bei ihrer nichtjüdischen Umgebung von Begraben in gekrümmter Lage. Siehe Lagard ״Populärer Bericht über die Ausgrabungen zu Ninive" deutsch von Meißner S. 178. ״Die Sarkophage glichen den schon beschriebenen, auch waren ..sie viel zu klein, einen menschlichen Körper, טו e n 11 er nicht hineinge - zwä ngt wurde. . . aufnehmen zu können. Zu der eben citirten Stelle Babli Nasir wollen wir noch bemerken, daß eine Schwierigkeit das., über die Raschi nicht hinwegkommen konnte, und deshalb hinzufügt דהכי הוא דגמיריה אבל באידך גיסא לא, einfach durch eine falsche Leseart sich erklärt vgl. R. Elia Wilna zu dieser Mischna in Oholot. Dergleichen Halachas Missina, aus falschen Lesearten oder Mißverständniß entstanden, die sich die Commentatoren bildeten, lassen sich viele Nachweisen, vgl. oben S. 163 Anm. 1. und 378 Anm. 1, Sanhedrin b .47 und Jeruschalmi 6 H. 12. ») Merkwürdig ist, daß die Archäologen allgemein die Behauptung aufstellen, die Gräber seien mit Kalk übertüncht worden. So Winer unter Gräber, der gar Baba Kama 79 I als Beleg citirt, wo ich Nichts davon gefunden, Zunz, ״Zur Geschichte" S. 393, Perles a. a. O. S. 392, und doch kann die Ueberkalkung der Steine, die von Gerichtswegen vorgenommen wurde, auf die sich Mischna Moed Katan 1, 1 bezieht, nur auf die aufgefundenen Gräber sich beziehen, auf קבר הנמצא und nicht auf קבר ידוע, wie es ausdrücklich heißt ׳אין מציינין על הודאי אלא על הספקור־ז wodurch auch קבר ידוע ausgeschlossen ist. Auch der Vers in Ezechiel, aus welchem diese Bestimmung hergeleitet wird, Jer. a. a. O. wird blos aus gefundene Leichenreste bezogen, 4 מכאן שמציינין על השדרה וגלגלר־ן.