Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 9 · p. Seite 427

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 9
Article
Zur Halachakritik
Date
1873-01-01
Page
Seite 427 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2829132-2829430-2829440-2867482--15036-2867533
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Lexikalisches und Archäologisches im Talmud, 427 שיבדוק, woraus man ersieht, daß er מקומו טמא mit יש לו תפוסה glsichgesetzt hat. Ist uns nun die aufgestellte Unterscheidung klar, daß bei einigen Gräbern auch nach Fortschaffung des Inhaltes des Grabes das Keuotaphimu als levitisch verunreinigend galt, bei andern aber die Wegräumung der Leicheureste aus dem Grabe den Ort in den slatns, quo ante verwandelte, also auch die levitische Unreinheit schwand, so haben wir zum Verständniß unserer Stelle, von der wir ausgegangen, viel gewonnen. Zu den letzteren Fällen, nämlich מלקט עצם עצם וטו־,וו־ wird in Misckma und Tosifta a. a. O. der gerechnet, daß die Leiche, die im Grabe aufgefundeu wird, von einem Erschlagenen herrührt, mit andern Worten (נהרג אין לו תפוסה י. Dasselbe besagt auch Jeruschalmi Nasir a. a. O., indem er voll מושפב ברדפו der Mischna ausschließt קמצוץ und zur näheren Erklärung dieses Wortes die Tosifta anführt ראשו בצר מרגלותיו, welche Lage des Todten beweist, daß der Mensch keines natürlichen Todes gestorben, sondern getödtet wurde, und ein solcher hat keine .תפוסה קמצוץ heißt also eigentlich ״zusammengekanert", ״gebückt", und wird, wie aus der Stelle unmittelbar vorher zur früheren Mischna Hervorgeht, 2) nur in dem speciellen Falle äuge wendet, wenn Je- So wird uns eine Verhandlung in Tosifta Edujoth verständlich , die zwischen R. Josua und den Chachamim geführt wurde. Man fand einst Leichenknochen in der Holzkammer des Tempels, da wollte man ganz Ierusalem für levitisch unrein erklären, nach der Voraussetzung יש להן רהפוסה ושכונרה קברורת. Da trat R. Josua auf und sagte: Wo sind denn die durch die Sündfluth Getödteten, wo die von Nebukadnezar Umgebrachten? Und er erhielt Zustimmung, Jerusalem nicht für unrein zu erklären. Sein Einwand stützt sich eben auf den Satz נהרגים אין לה0 רהפוסה oder haben kein Kenotaphium. vgl. Rabed zu Edujoth Ende, daß die Mischna daselbst nach der angeführten Tosifta emendirt werden müsse, vgl. R. L. Heller zu Oholot a. a. O. — Daß die Tosifta nicht auch statt 8 Arten Gräber 4 Arteil Gräber annimlnt, kommt daher, daß der Ausdruck קבר hier gar nicht anwendbar ist. s) Diese Stelle werden wir in einenr anderen Artikel beleuchten, vorläufig bemerken wir nur kurz, daß dort'gefragt wird ״der Tödtende, der sich irgendwo in der Welt befinden kann, den Getödteten doch gekannt hat, wo-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.