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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 9 · p. Seite 413

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 9
Article
Die Söhne des Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 413 (sequence 7)
Language
German
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Die Söhne des Herodes. 413 vor der Hand der Bericht des Josephus. Jedem, der unbefangen diese Darstellung des Josevhus liest, drängt sich die Ueberzeugung auf, daß der Tod des Drusus (Ans. 23. n. Chr.), die Reise nach Judäa, der Selbstmordversuch zu Malatha und die Bittschrift der Klipros Ereignisse seien, die im innigsten, untrennbarsten Zusammenhänge stehen, und die einander auf dem Fuße gefolgt sein müssen. Selbst Keim ') giebt die Möglichkeit und Natürlichkeit dieser Interpretation zu, indem er sagt: ״Man könnte meinen, daß ihm bald nach dem Tode des Drusus die Schwesterhilfe gekommen sei." Nichtsdestoweniger ist gerade er Derjenige, der die Hülfe durch den Tetrarchen am weitesten hinausschiebt und frühestens in das Jahr 34. n. Chr., also e l f volle Jahre später als den Tod des Drusus, setzen muß.2) Und um unser eigenes Resultat zu begründen und zu befestigen, müssen wir auf die allerdings sehr scharfsinnigen Ausführungen, die ihn zu jener Verschiebung veranlaßt haben, näher eingehen. Er sagt: ״Sieht man freilich näher zu, so sagt Josephus keineswegs, daß diese Unzugänglichkeit des Kaisers nur kurz nach dem Tode des Sohnes bestanden, so zeigt die übrige Geschichte, daß Tiberius immer mißmuthiger, mißtrauischer (zumal seit 26. n. Ehr.) sich vom Leben in die Einsamkeit Campaniens und Capreä's abwandte, so zeigt vollends Sueton, daß der Kaiser erst seit dem Jahre 31, seit dem Tode Sejans und seit der Kunde von dessen Vergiftung des Drusus über diesen Tod untröstlich wurde." Allein durch diese staunenswerthe Gelehrsamkeit ist noch gar nichts bewiesen; es ist nur constatirt, daß der Schmerz des Kaisers nicht nachgelassen, ja daß er sich im Jahre 31. nur noch mehr gesteigert hat. Folgt aber daraus, daß der Schmerz unmittelbar nach dem Tode des hoffnungsvollen Sohnes auch nur ein geringerer, geschweige denn ein so geringer gewesen sei, daß ף Gcsch. I. v. Naz. I. 627 ff. a) vgl. Hausrath II, S. 198.

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