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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 9 · p. Seite 411

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 9
Article
Die Söhne des Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 411 (sequence 5)
Language
German
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Die Söhne des Herodes. 411 Den Zeitpunkt, auf den dieser Ehescandal fällt, können wir, wie bereits oben (S. 352) beiläufig bemerkt, nicht genau ermitkein. Nur durch ein anderes Ereigniß läßt sich mit Sicherheit ein Zeitpunkt bestimmen, in welchem spätestens die Ehe bestanden haben muß. Und dieses Ereigniß gehört dem Leben des Bruders der Herodias, des nachmaligen Königs Agrippa's I, an. Josephus hat den Abenteuern, die Agrippa vor seiner Thronbesteigung erlebt hat, ein ganzes Kapitel gewidmet י) und berichtet wie folgt: In Rom erzogen, führte Agrippa daselbst, so lange seine bei Hofe hochangesehene Mutter Berenice lebte, ein ordentliches und regelmäßiges Leben. Nach ihrem Tode aber verschwendete er nicht nur sein Vermögen durch die maaßlosesten Ausschweifungen, ren, hätte sich Aretas nimmer zu einem solchen Rachekriege verständigt. Oder hatte er in der That das Recht für den seiner Tochter widerfahrenen Schimpf Genugthuung zu fordern? Allein bis jetzt hatte ja Antipas noch nicht das Mindeste g et Han, um sich ihrer zu entledigen. Er war allerdings ein Uebereinkommen eingegangen, in Folge dessen seine erste Frau verstoßen worden wäre, falls dieser Vertrag in Wirksamkeit gesetzt worden wäre. Aber namentlich wie jetzt die Sachen lagen, stand ihm die durch Thatsachen unwiderlegbare und daher scheinbar triftige Ausflucht zu Gebote, daß er durch das Zugestandniß jener Clausel Herodias nur habe allen seinen Wünschen gefügig machen, daß er sie nur habe in seine Gewalt bringen und dann die Bedingungen auf sich beruhen lasien wollen. Denn war der öffentliche Skandal erst einmal begangen, so hätte, konnte er sagen, Herodias denselben durch eine Entweichung von ihrem zweiten Manne, im Falle die Bedingungen unerfüllt geblieben wären, gewiß nicht noch vermehrt. Endlich könnte man sogar aus dem Ausdruck des Josephus 7״r01r{cä/iuv0c“ abnehmen, daß hier nur dem Urtheil des Aretas nach ein Grund zur Feindschaft vorlag. wie in ähnlicher Weise bereits Bauer!Kritik der Evangelien, III, 34) hat urgiren wollen. Sonst hätte ja Josephus noirjaag sagen können. —- Durch alle diese Erwägungen scheinen mir die Aufstellungen Bauers (a. a. O.) u. A., besonders Keims (B.-L. 111» 44 und L. Jes. v. Naz. III, 480. Anm.), nach welchen unter »aqyri tyÜQac“ ein birectcr Grund zum Kriege zu verstehen sei, und deswegen die Ehe und jener Krieg als zeitlich einander auf dem Fuße folgende Ereignisse zu betrachten seien, hinfällig zu werden. 0 Ant. XVIII, c. 6.

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