Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die Söhne des Herodes
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 410 (sequence 4)
- Language
- German
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410 Die Söhne des Herodes. überhoben. Die Tochter des Aretas hatte nämlich, als Antipas, nach Abwickelung seiner Geschäfte in Rom, zurückgekehrt war, von seinen Plänen Nachricht erhalten und bat ihn, ehe er noch ihre Mitwissenschaft erfahren hatte, um die Erlaubniß, nach Machärus, einem Castell, welches an der Grenze der Reiche ihres Gatten und ihres Vaters lag und damals ihrem Vater gehörte, reisen zu dürfend) Ohne daß Herodes von ihren Absichten etwas ahnte, ließ er sie dorthin geleiten, wo bereits von ihrer Seite Veranstaltungen getroffen waren, durch welche sie glücklich an den Hof des Vaters gelangte. Wie sich denken läßt, war Aretas über die unwürdige Behandlung, die sein verworfener Schwiegersohn seiner Tochter z u g e d a ch t hatte, aufs Tiefste erbittert, und noch nach vielen Jahren trug diese Erbitterung viel dazu bei, daß er gewisse Grenzstreitigkeiten, die vorgefallen waren, als eine Veranlassung zum Kriege betrachtete?) 0 ״ror6 7mvql avccjg vrtoreXi]“ Diesem rar<5 des Jösephus gegenüber, ist die apodictische Behauptung Volkmars (S. 357.) ״daß Antipas seit der Verheirathung mit Herodias nie mehr und in keiner Weise über Machärus habe disponiren können", hinfällig. Auch was er bemerkt, daß Jösephus die etwaige Zurückeroberung dieser stärksten Feste sicherlich hätte erwähnen müssen, verliert viel an Gewicht, wenn man bedenkt, daß zur Zeit des letzten Aufstandes, wie Keim (L. I. v. Naz. II, 515 und III 490) richtig hervorhebt, die Feste sich in den Händen der Römer befand, ohne daß von einer Grenzveränderung vorher die Rede gewesen ist. Daß sie nicht uneinnehmbar war, beweist der Umstand, daß sie von den Römern an die ausländischen Juden, und von diesen endlich wieder an die Römer (73. n. Chr.) verloren ging. *) 0״ d's (seil. * *Aqswc) äqx^ £%#QCig xavvrjv TTocrjcrainevog 7teqC ce 0£(jov evtcj yfj r?) TafiaMrcöc . . . tig nöXeßOV xaüt- Gravrac. Aretas konnte diese Assaire wohl als eine Ursache der Feinds cha ft (aQxtj keineswegs aber als einen directen Anlaß zum Kriege betrachten. Denn daß sich Antipas neben seiner Tochter noch eine Frau genommen, — und das allein lag hier vor — wer konnte ihm das wehren? Oder sollte man etwa annehmen, Aretas habe ihm deswegen den Krieg erklärt, weil er dem Bruder das Weib geraubt, und weil es in den Augen des Araber-Königs ein Verbrechen war, daß sein Schwiegersohn in einer nach dem mosaischen Gesetze blutschänderischen Ehe lebte? Wenn nur diese Interessen maßgebend gewesen wä-