Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Zur Geschichte der Aufstände der Juden unter Trajan und Hadrian
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 389 (sequence 5)
- Language
- German
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Zur Geschichte der Aufstände der Juden unter Trajan und Hadrian. 38V gesellschaft trocken blieb. In ihm war der Gedanke zunächst wachgemfen worden, daßGott seine Freunde gewiß mit unendlicher Macht ausstatten werde, wenn er selbst feine Feinde so groß werden lasset) Kein Wunder. B alb darauf und zwar nach der ersten Zeit der wilden Regierung Nerva's glaubte selbst der sonst ruhige R. Josua an die nahe bevorstehende Erlösung; ^) aber er ward durch die Enttäuschung nur noch friedliebender, während Akiba seine Zuversicht sich nicht nehmen ließ. Der hatte noch dasselbe felsenfeste Vertrauen auf eine baldige Erlösung, als er 30 Jahre später nach einem mißlungenen Aufstand und eitlem mißlmrgenen Anfang zur Restauration des Tempels schlimme Tage hatte hereinbrechen sehen, und die Weissagungen : ״Schakale ergehen sich auf dem Tempelberg, und der Zion wird gepflügt" sich vor seinen Augen buchstäblich erfüllt hatten. s) Und wenn er auch den 0 sitt'6 zu Deut. 11, 15. *) babl. synhedr. 97b und jer. taanith 1, 1. wird mit geringer Veränderung לעולמי; eine Unterredung R. Josuas mit R. Elieser auf Grund einer alten und glaubwürdigen Boraitha mitgetheilt. R. Elieser verficht seine Behauptung, Israel werde nur erlöst, wem! es Buße thue, mit vielen Sätzen von Propheten. R. Josua aber hält dafür, daß eine bestimmte Zeit der Erlösung von Gott festgesetzt sei, und wenn die Besserung Israels der Erlösung nothwendig vorhergehen müsse, so sorge Gott hiefür dadurch, daß er über sein Volk einen König einsetze, dessen Beschlüsse hart seien wie die Hamans, und dadurch werde Israel zur Rückkehr bewogen. Diese seine Meinung vertritt R. Josua ebenfalls mit Bibelstellen, worunter Jes. 49, 7 und zuletzt Daniel 12, 7 hervorgehoben zu werden verdienen. Auf diesen letzten Schlag hin erklärt sich R. Elieser für besiegt und schweigt. Erwägen wir nun, daß dergleichen Gespräche meist einen geschichtlichen Hintergrund haben, und erinnern wir uns dann, daß unter Domitian ein ganz nach dem Muster Hamans abgefaßtes Dekret ergangen war, (dout-, rabba c. 2: ־ מכאן ועד ל' יום לא יהי׳ בכל העולם יהודי, das eben durch jene Reise auch des R. Josua war rückgängig gemacht worden, sowie daß mit Nerva's Regierungsantritt ״das Zerschlagen der Macht des heiligen Volkes aufgehört" hatte (calumnia fisci Judaici ablata), und daß damals das Exil ״eine Zeit" (Vespasion) ״und 2 Zeiten" ׳'die Geschwister Titus und Domitian) gedauert hatte: so leuchtet ein, daß die erwähnte Unterredüng unter Nerva stattgesunden haben muß und daß namentlich der Vers aus Daniel die Hoffnung R. Josuas ausspricht, auf die 2. Hälfte der Re׳ gierungszeit Nerva's habe Gott die Erlösung verheißen. 3) inidr. threni zu 5, 18. Wir werden auf diese Stelle später noch einmal zurüdkommen.