Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Ibn-Ganach's "Wurzelwörterbuch" [Rezension]
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 383 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829430-2829439-2867422--14986-2867476- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Recensionen. 388 führt werden, soll man das eine nicht für überflüssig halten, es will vielmehr dann jedes eine neue, besondere Seite, sei es in Form oder Bedeutung, Nachweisen (13—14). ״Man fordere nicht, sagt er S. 31, daß in der Anführung jedes Begriffs sich alle Worte finden, weil ich sonst die ganze Bibel hätte anführen müssen, ich werde jedoch nur so viel von jeden: Begriffe anführen, als mir genug scheint." lieber die äußere Einrichtung des Lexicons sagt er (S. 12): ״Wir haben die Reihe dieser Buchstaben streng nach ihrer Aufeinanderfolge in allen Stämmen, die dieser Theil enthält, eingehalten und sie nicht durcheinandergeworfen, wie dies Andere thaten, und ebenso habe ich die Klasse der zweibuchstabigen Geminata vor die der zweibuchstabigen Nichtgeminata gesetzt" —, weil nemlich die Geminata, wie ein Buchstabe betrachtet werden, darum steht zmn Beispiel גג vor גב und sogar vor גאל. Am Schlüsse jedes Buchstaben stehen die urit ihm anlautenden Quadri- und Quinquelittera. G'anach's Wörterbuch selbst hat aber für uns nicht bloß ein historisches, es hat bis auf den heutigen Tag ein Wissenschaftliches Interesse. Der Mann mar in vieler Beziehung eine phänomenale Erscheinung. In einer Zeit lebend, in der die eingehende Beschäftigung mit der Sprache der heiligen Schriften und ihren Gesetzen mit argwöhnischen Blicken angesehen wurde, wo Bibelforschung, als ein Hinüberschielen nach dein Karäismus verdächtigt und verschrieen, ein sehr wenig lohnendes Geschäft war, wo die erleuchteteren Geister mit den wissenschaftlichen Leistnngen der Vorgänger das Ende aller Weisheit gekommen glaubten, und Chajjug' eine Autorität war, an die man ungestraft nicht rühren durfte, sehen wir Jbn-G'anach auftrete», unabhängig und unerschrocken nach allen Seiten hin, mit ahnendenr Geiste in heilige Sprache sich vertiefen, die in ihm zu leben, seiner» feinen Gefühle ihre geheimsten Bildungsgesetze, das Princip ihres Lebens zu enthüllen schien. Was streng-wissenschaftlichen Geist betrifft, läßt sein Wörterbuch den besten Leistungen der Modernen sich an die Seite setzen, was aber Sprachgefühl und seinen Takt angeht, kann inan es ihnen nicht an die Seite setzen, denn man thäte ihm damit keine genügende Ehre. Man wird nunmehr, nach dem es uns vorliegt, fortan darauf den Schablonen-Ethnographen und semiten-scheuen Ariern gegenüber als auf ein Werk