Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Ibn-Ganach's "Wurzelwörterbuch" [Rezension]
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 381 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2829132-2829430-2829439-2867422--14984-2867474- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Recensionen. 381 Munk eine Untersuchung des ״Wurzelbuches" zu verzeichnen haben. Wenn wir diesem Unrstande es znzuschreiben haben sollten, daß wir jetzt gleich das Original und nicht, wie dies bei der Grammatik der Fall ist, zuvor die Uebersetzung erhalten haben, dann brauchen wir ihn durchaus nicht zu bedauern. Im Vatican Nr. 54 liegt die einzige hebräische Uebersetzung des Wörterbuchs, die von den vier sich erhalten hat, die nach einer ausdrücklichen Angabe dieser Handschrift existirt haben sollen (Dukes a. a. O. II, 172, 2). Die Möglichkeit, die Gefahr, eine Uebersetzung vor dem Original zu bekommen und das Erscheinen desselben durch jene verhindert zu sehen, lag also vor. Ich sage: die Gefahr. Denn es ist eine in den Literaturen anderer Völker unerhörte, alle philologische Genauigkeit der Forschung untergrabende Unsitte der jüdischen Literatur gerade, daß sie die Originale in den Bibliotheken vermodern läßt und mit den Uebersetzungen sich abspeist. Einstmals, wo das Wissen noch verbreitster, die hebräische Sprache der Uebersetzungen also das Mittel zur Verbreitung des alten Schriftthums bildete, war es begreiflich und entschuldbar, wenn man so verfuhr. Heute, wo das Wissen auf engere Kreise sich beschränkt, dafür aber über die Grenzen unseres Stammes hinausgreift, ist die Hintansetzung der Originale vom Uebel und verwerflich. Freuen wir uns also, daß Merwan ibn G'anach's Werk sein Recht widerfahren ist, in der Gestalt, in der der Urheber es niederlegte, der Nachwelt vorgeführt zu werden. Dem Werke geht eine kurze Einleitung (3—14) voran, die, wie dies bei einem Vorwort zum zweiten Theile eines Buches nur natürlich ist, einen rein sachlichen Charakter trägt. Wir dürfen hier keine Geschichte der hebräischen Lexicographie erwarten, wie sie etwa bis Merwan herab behandelt wurde und sich entwickelt hat. Nichts von alledem! Auch das Buch selbst wird, als Fundgrube geschichtlicher Angaben, interessanter Notizen etwa aufgesaßt, nur eine sehr geringe Ausbeute gewähren. Nicht einmal, was man doch am ehesten erwarten dürfte, über die grammalischen Feldzüge, die Merwan ibn G'anach so vielfach unternehmen mußte, wird durch persönliche Erinnerungen aus jenen Kämpfen man in diesem Werke viel neuen Aufschluß finden. Es gehörte eben mit zu der wissenschaftlichen Reife und Objektivität