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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 8 · p. Seite 376

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 8
Article
Erklärung einer mißverstandenen charakteristischen Boraita
Date
1873-01-01
Page
Seite 376 (sequence 4)
Language
German
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376 Historische Notiz. verweist, wo R. Jakob Tam den letzten Theil, weil er unlogisch ist, verwirft.') Aber dann muß man erklären, wie sie entstanden. Gerade die Gewißheit, daß der letzte Theil nicht authentisch ist, führt zuin Schluß: der erste Theil stamme aus alter Zeit, s. Note 1, worauf auch das Gepräge des Ausdrucks hinweist. Wir halten sie auch entschieden für authentisch, nur die Erklärung als eine irrige. Mar: könnte noch den Versuch machen, die E r k l äru ng der Boraita zu retten durch eine sich bald aufdrängende Emendation, für בן עואי zu lesen בן עוריה, zumal durch eine Abbreviatur ב״ע eine solche Verwechselung leicht möglich ist. In dieser Emendation wurden wir unterstützt durch den Umstand, daß in Joseph b. Aqnius Einleitung (Jubelschrift S. l) dieser Satz im Namen des ר׳ אלעזר בן עוריה angeführt ist. Von einem ראש ושיבה könnte man sich ein bei einer passenden Gelegenheit gefälltes Urtheil über sein Collegium, wenn es auch über das gewöhnliche Maß des Selbstbewußtseins herausgeht, allenfalls eher gefallen lassen, als von einem mit der Weihe (סמיכה) noch nicht bekleideten Mitglieds, dessen bescheidenes Wesen außerdem bezeugt ist. Aber man kann sich einerseits schwer entschließen, eine solche überhebende Aeußenmg überhaupt einem hervorragenden Manne in den Mund zu legere, andererseits stände die Lobpreisung R. Akiba's von Seiten des R. Elieser b. Asarjah nicht im Einklänge zu dem Verhältnisse, in welchem diese beiden Tanaiten zu einander standerr. Dieses war nämlich nichts weniger als intim, vielmehr äußert sich N. Eleasar b. Asarjah gegen R. Akiba oft in heftigem gereizten Tone,2) und ein so abenteuer- ») Die Gründe des R. Tam gegen die Annahme, R. Josua den Korcha sei der Sohn R. Mibas gewesen, sind schlagend. Der letzte Theil der Boraita ist gewiß nicht authentisch, sondern ist erst aus dem ersteren in später Zeit entstanden. Man fand das; R. Akiba einen Sohn hatte Namens Josua und fand andererseits unsere citirte Boraita, wo R. Akiba Korcha genannt wird. Also schloß man, ist R. Josua b. Korcha der Sohn R. Akibas (was falsch ist nach R. Tam). *) s. Frankel a. a. O. 8. v. R. Eleasar b. Asarjah S. 94. Jeruschalmi Maasser Scheni 5 H. 5 (dort verdruckt I). Herr Direktor Frankel meint zwar ררך שחוק, aber der empfindliche Schaden, den er durch R. Akiba's Energie erhielt, wird ihm kein Lächeln abgerungen haben.

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