Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Erklärung einer mißverstandenen charakteristischen Boraita
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 375 (sequence 3)
- Language
- German
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Historische Notiz. 375 Er bedauert es, daß er nicht die Schulen des R. Jsmael und die des R. Akiba besucht habe, (vgl. Note 3), was wohl soviel heißen soll, nicht später geboren zu sein, um in deren Schitle sich auszubilden, aber jedenfalls lehrt uns dieser Ausspruch einen Mann kennen, der nichts weiriger als selbstüberhebend ist. Andererseits geht daraus hervor, daß er nicht mindere Achtung vor R. Jsmael hatte als vor R. Akiba, und diesen unmöglich oder gar sich selbst auf Kosten jenes und aller Andern erhoben hat. Ferner ist von ihm der Spruch erhalten אחד המרבה וארזו־ ״ .הממעיט...Mag Einer viel oder wenig leisten, wenn nur die richtige Gesinnung vorhanden ist, so gilt das vor Gott gleich! Ein Mann, der einen solchen erhabeneren moralischen Spruch anfstellt, der nur einem bescheidenen dennlthsvollen Herzen entspringen kann, muß von eitler übertriebener Selbstgefälligkeit weit entfernt sein. Der in Abot ihm beigelegte Satz אל תהי בו לכל ארם . . . steht im schreiendsten Widerspruche sowohl zu jener Geringschätzung der Gelehrten als der Erhebung eines Einzelnen. Nininit man beide Argumente gegen den Inhalt dieses dem Ben Asai in den Mund gelegten Ausspruches zusammen, so wird man aus den ersten Blick geneigt sein, diese Boraita als nicht authentisch zu halten. In der That scheint Frankel dieses angenommen zu haben, da er ihrer weder unter Ben Asai erwähnt, noch unter R. Josua b. Korcha, dort vielmehr ans Tosafot ibid. dächtig, daß b. Asm N. Akiba soll רבי genannt haben, möglich ist das Wort עקיבא ausgefallen, oder ist die Stelle im Sisri nicht wörtlich, sondcrn dem Sinne nach gegeben, nnd in der späteren Zeit hat man R. Akiba diesen Titel gegeben. — Uebrigens haben wir in der angeführten Jernschalmistelle einen neuen Beleg für die (Monatsschrift 187 2 S. 476) anfgestcllte Behauptung, daß Fragen, die von älteren Tanaiten schon auf der Tagesordnung waren, von dem späteren Geschlechts von Neuem zur Verhandlung gebracht werden. Denn die Controverse zwischen R. Eleasar, R. Simeon einerseits und R. Meir anderseits in Betreff ר״ה למעשר בהמה, muß schon früher zrvischen R. Jsmael und R. Akiba bestairden haben, aber ohne entschieden zu werden, wie ans der Bemerkung Ben Asais hervorgeht. Das folgende Geschlecht hat sic wieder ausgenommen, und scheint der Redacteur die Meinung R. Meirs als die gültige (כזוזם) ausgestellt zu haben ivgl. Rosch Haschana Mischna l, R. Abrahmn äi Loton לחם משנה) zu Maimuiü Hilchot Bechorot 7, 6.)