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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 8 · p. Seite 365

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 8
Article
Der Einfluß anderer Tannaisten auf R. Jehuda Hanassi's Halacha-Feststellung
Date
1873-01-01
Page
Seite 365 (sequence 5)
Language
German
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Der Einfluß anderer Tannaiten auf 91 Jehuda Hanassis 365 den. R. Jochanan macht daher aufmerksam, daß man erst dann einen solchen Schritt wagen dürfe, wenn man sich vorher in den Quellen überzeugt hat, daß R. Me'i'r allein der Autor der סתמא sei; denn nicht inimer war dessen Ansicht allein entscheidend. Diese warnende Absicht ist es, die ihn seine Behauptung zu allgemein und so mit sich selbst, mit seiner an einem anderen Orte aufgestellten Behauptung, nämlich סתם מתניתין ר' מאיר, in Widerspruch erscheinen läßt. Dies ist nun der Sinn der so räthselhaft aussehenden Stelle. Da aber aus derselben gleichzeitig sich ergiebt, daß R. Meir's Einfluß auf die Halachahfeststellung in der Mischnah sehr bedeutend war, so benutzt die Redaktion dieses Moment, um die oben erwähnte letzte Einschränkung mit der Autorität der angesehensten Amoraim zu decken. Denn selbst nach R. Jochanan's Behauptung hat Rabbi's Entscheidung keine Geltung, so bald man die Sicherheit erlangt, daß in dem betreffenden Falle in der That der Autor der in allgemeingültiger Form ausgestellten Halachah vereinzelt dasteht. Betrachtet man nun die sich aus der beleuchteten Stelle ergebenden Resultate, so erhält man nicht nur die Ueberzeugung, daß der in סתבם מסניחין ר״ מאיר bezeichnete Einfluß von codificatorischer Art ist, sondern auch die weiter gehende Mittheilung, daß außer R. Me'ir noch andere Tannaiten von entscheidenden! Einflüsse auf die Halachahfeststellung in der Mischnah waren. Hiermit ist aber auch die Beschaffenheit des Einflusses näher bestimmt. Wenn Rabbi nicht immer und überall den Ansichten seines Lehrers gefolgt, sondern auch und zwar häufig von ihm abgewichen ist, und die von diesem bestrittene Ansicht zu der seinigen gemacht hat, so setzt dies auch eine Abweichung von allen Tannaiten in den Fällen voraus, wo ihn! dieses Verfahren geboten schien. Denn, so bald ein anderes Kriteriurn, als das der bloßen Pietät oder der unbedingten Eingenommenheit das Urtheil leitet, so macht dies gewiß seine Herrschaft auch da geltend, wo kein anderer bestimmender Grund, als der der Anzahl, vor- Händen ist. Ein solches Kriterium schließt aber jede Autoritätsgläubigkeit aus. Wir müssen uns daher den Einfluß N. Melr's auf Rabbi als einen solchen denken, der in der lleberzeugungskraft einer großen Persönlichkeit und nicht in der leichten Empfänglichkeit eines von blinder Verehrung befangenen Gemüthes

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