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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 8 · p. Seite 364

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 8
Article
Der Einfluß anderer Tannaisten auf R. Jehuda Hanassi's Halacha-Feststellung
Date
1873-01-01
Page
Seite 364 (sequence 4)
Language
German
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364 H alachah -Feststellung. Hypothese betrachten wollte, so ist es doch über allen Zweifel erhaben, daß die Redaktion nicht absichtslos diese Stelle an die vorige Diskussion anreiht. Eben so sicher ist es, daß sie die Behauptungen in den! augereihten Stücke in demselben Sinn aufgefaßt habeit will, in welchem die früher besprochenen Normirungsregeln aufgefaßt werden. Diese habeit aber unstreitig das codificatorische Moment im Auge. Man darf daher mit vollem Rechte voraussetzen, daß es nun Keinen: in den Sinn kommen Ntöchte, bei dein סתם משניות דרבנן und סתם משניות דר׳ מאיר auch nur im Entferntesten an eine der die oben besprochenen drei Auffassungen zu denken. Der ganze Zusammenhang zwingt, den hier besprochenen Einfluß דרבנן und des R. Meir auf die Mischnah im codificatorischen Sinne zu nehmen. Der Sinn der Stelle ist demnach Folgendes. R. Jochanan behauptet: In all bcu in der Mischnah in allgemeingültiger Form vorkommenden Halachoth habe Rabbi, wenn in beit Quellen die betreffende Entscheidung nicht ausdrücklich als die Ansicht R. Melr's angegeben wird, der Majorität gefolgt. R. Lakisch behauptet, daß Rabbi m den gedachten Fälleir, wenn in den Quellen die betreffende Entscheidung nicht ausdrücklich als die Ansicht der Majorität erwähnt ist, der Ansicht seines Lehrers R. Me'i'r gefolgt habe. Hierauf bemerkt R. Seira: man müsfe sich diese zwei Behauptungen nicht als Controverse denken; dieselben ergänzen sich vielmehr. Während R. Jochanan hier Eine Seite des Einflusses Anderer auf die Halachahfeststelluug in der Mischnah hervorhebt, hat N. Lakisch eine andere Seite und zwar die bedeutendere im Auge. Denn der fremde Einfluß beschränkt sich nicht ausschließlich auf den R. Melr's, obschon dieser in den meisten Fällen für Rabbi entscheidende Autorität war. R. Jochanan's Absicht mit der erwähnten Behauptung konnte denmach allein sein, einem leicht entstehenden gefährlichen Jrrthunie, als ob Rabbi überall ausnahmslos die Ansicht R. Meir's als Norm ausgestellt hätte, vorzubeugen. Diese irrthümliche Voraussetzung konnte für die Praxis da von nachtheiliger Wirkung sein, wo einer Halachah in allgemeingültiger Form eine Ansicht gegenüber steht, die in der Mischnah als eine von mehreren Tannaiten vertretene vorkommt. In solchen Fällen könnte man, gestützt auf die Ansicht, daß Rabbi überall R. Me'ir gefolgt habe, gegen die Mischnahnorm entschei-

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