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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 8 · p. Seite 358

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 8
Article
Die Söhne Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 358 (sequence 14)
Language
German
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353 Die Söhne des Herodes. Fassen wir nun zusammen, so ergiebt sich als das Resultat dieser Untersuchung, daß die Angaben der E v a n g e- Prädicaten smyvoxrav und znoCrfiav ergänzt Keim als Subject 01 YQa!J1fjaT€tg und gewinnt auf Grund dieser ״f i ch e r st e n Quell e" und mit Hülfe des Berichtes des Josephus über die politischen Erwägurrgen des Vierfürsten bei der Gefangennehmung und Hinrichtung des Täufers ״die handgreifliche Wahrscheinlichkeit, das; der Einschritt gegen den Täufer ... eine w o h l b e r e ch n e t e u n d d o p p e l s ch n e i d i g e S t a a t s - u n d K i r ch e n a c t i o n gegen die Gefahren der Lage war, welche der Blindeste und nicht nur die spürsinnige Tyrannei der Landesherrscher sehen müßte." Hätte nun Keim mit Recht 01 ygafifiarelg als allein richtiges Subject in Matth. 17, 12 ergänzt, so hätte er dadurch seinen Gewährsmann in einen flagranten Widerspruch mit seiner eignen früheren Erzählung gesetzt. Dann würden nämlich hier a l s die Einzigen, die mit dem Täufer ״gemacht, was sie gewollt", die Schriftgelehrten hingestellt, während oben bei der eigentlichen Erzählung ihrer mit keinem einzigen Worte Erwähnung geschieht. Dort machen vielmehr Herodes, sein Weib und seine Gaste mit dem Täufer was sie wollen, und nur d ies e, nicht aber Schristgelehrte. Und ferner, ist es in der That denkbar, daß Matthäus, der, um keinen stärkeren Ausdruck zu gebrauchen, den Schriftgelehrten gegenüber so rücksichtslos ist, wenn er nur eine Ahnung von einer ״doppelschneidigen Staats- und Kirchenaction" gehabt hätte, einen Augenblick gezögert haben würde, in aller Schärfe diese Beschuldigung auszusprechen? Ja, hätten die übrigen evangelischen Schriftsteller, die nach Keim's Hypothese sümmtlich später als Matth, geschrieben haben, wenn in dem ganzen Legendenkreise über den Täufer eine Hindeutung auf eine solche Verschwörung zwischen Herodias und den Schristgelehrte 1t vorhanden gewesen wäre, sich nicht beeilt, die unverzeihliche Nachlässigkeit des Matthäus wieder gut zu machen und den hochwichtigen Bericht an der rechten und passenden Stelle anzubringen? — Darum ist als Subject zu den Ver- bis des 12. Verses vielmehr zu ergänzen Herodes, sein Weib und die ganze Sippschaft, die, wie zwei evangelische Berichte ausdrücklich wissen wollen in der That ״mit dem Täufer gemacht haben, was sie gewollt", und auch Hausrath (I, 337), auf dessen Zustimmung zu seine r Interpretation sich K. ausdrücklich beruft, ergänzt nach Luc. 7, 25 ganz richtig: ״die in Herrlichen Kleidern und Lüsten leben", also keineswegs Schristgelehrte. Ist nun diese allerwichtigste Thatsache unerwiesen und hinfällig, so stürzt auch der ganze riesenhafte Bau, den K. auf diese Interpretation gründet, zusammen, so fällt auch die postulirte ״doppelschneidige Staats-und Kirchenaction" und die Verbindung des Attentates gegen den Täufer mit dem Attentat gegen Jesus weg. Auf Grund seiner Combination faßt aber Keim den nach ihm unantastbaren Kern der Erzählung Matth. 4, 3 ff. wie folgt

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