Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Die Söhne Herodes
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 357 (sequence 13)
- Language
- German
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Die Söhne des Herodes. 357 sein der ersten Gläubigen, welche Johannes und Jesus fanden, zu jener farbenreichen Legende, als die Träger der zu Grunde liegenden Faeten, Antipas und Agrippa, für sie in erster Linie nur die Mörder ihrer unschuldigen und heiligen Lehrer waren/) und als das tiefe Dunkel, das über den letzten Momenten des Johannes schwebt, wie von selber das Bedürfniß hervorrief, dieses stille Martyrium entsprechend zu verherrlichend) fachen nur hier eine allgemeine Bekanntschaft vorausgesetzt werden kann. Und in der That spiegeln sich ja auch namentlich bei Marcus vielfach palästinensische Sitten, Gewohnheiten und Lebensansichten, und auch Zeitereignisse wieder, die speciell für Palästina von Bedeutung waren. — Die Frage, weshalb Lncas der Legende keine Erwähnung thut, habe ich hier nicht zu behandeln. 1) lieber Agrippa vgl. Agp. Kap. 12. 2! $etm hält im B.-L. (III, 47) die evangelischen Berichte über die Enthauptung des Täufers trotz der bedeutenden Schwierigkeiten, die er sich keineswegs verhehlt, für ״dennoch nicht durchaus verwerflich." Wie er dem xoQaötov zu entgehen sucht, haben wir bereits oben S. 354. bemerkt. Anders ist seine Auffassung im Leben Jesu v. Nazara (II, 509—516), wo er zögernd und in ziemlich unklaren Wendungen schließlich dem Ergebniß nicht entgehen kann, daß des Marcus und Matthäus Nachrichten unhaltbar sind. Nur den Kern der Erzählung will er auch dort noch retten. ״Auch der Kern unserer Geschichte (Matth. 14, 3 ff.) ist unantustbar", sagt er S. 515 in der Anmerkung. Was er unter dem ״Kern" versteht, werden wir sofort sehen. Um die Rettung zu bewerkstelligen, bringt er Quellenmaterial herbei, durch welches ״trotz der Jsolirung der Ereignisse, wie sie in der Häupterzählung der Evangelien sich ausdrückt", ein Zusammenhang des Täufermordes mit der religiösen Zeitbewegung nachgewiesen werden soll. Sein ״allerwichtigster" Beweis ist von Matth. 17, 12 hergenommen, aus welcher Stelle hervorgehen soll, daß ״Jesus die Schriftgelehrten als intellectuelle Miturheber der Quälereien des Gefangenen imd seines Mordes, aber auch als die Ursächer seiner eigenen Leidenszukunft nennt." Dort wird nämlich erzählt, daß die Jünger Jesum, nachdem er den Tod des Täufers bereits erfahren hatte, fragten: 5;7״ ovv 05 yQttfXfxavzZg XiyovGtv otc *Hfa'av SeZ iXtteZv ttqwwv;66 Und Jesus antwortet : ״Es ist richtig, daß Elias zu- Vorkommen soll, Xiyo) v[1 Zv, ort *H?xag ijdij xai ovx iniyvwerav ainov, aXV inoirßav iv aimp oöarjüsXritfav• ovrm xai b viög rov avÜQwTrov (xiÄXec näa%uv im’ avzwvZu den