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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 8 · p. Seite 348

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 8
Article
Die Söhne Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 348 (sequence 4)
Language
German
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348 Die Söhne des Herodes. direkte Bericht fiubet sich bei Josephus י) und besagt einfach, daß Salome, die Tochter der Herodias, den Philipp, den Sohn des Herodes, den Tetrarchen von Trachonitis, geheirathet hat, und daß dieser kinderlos gestorben ist. Diese Notiz ist so trocken und farblos, daß sich eine bestimmte Zeit für den Abschluß der Ehe nicht aus ihr abnehmen läßt. Die andere Nachricht bringen die Evangelisten Marcus a) und Matthäus, ch Sie erzählen wie folgt: Einst am Tage der ysvsaCai des Herodes tanzte ein xoqügiov, welches Matthäus richtig als Tochter der Herodias bezeichnet, und das, da Herodias nur eine Tochter hattet) mit unserer Salome identisch ist, vor Herodes und den versammelten Großen. Herodes, von den Künsten der Tänzerin berückt, versprach ihr jeden Wunsch ״bis zur Hälfte des Königreiches" zu erfüllen, und als das Mägdlein auf Befehl der Mutter das Haupt des gefangenen Täufers verlangte, gab Herodes nach einigein Zögern den Befehl, den Johannes im Gefüngniß zu enthaupten. Da nun das ״tanzende Mägdelein" das Hanptmoment in der ganzen schauervollen Tragödie bildet, das sich nicht abscheiden läßt, ohne daß der ganzen Darstellung ihr charakteristisches Gepräge genommen wird, so wäre, wem: der Bericht der Evangelien historische Geltung hätte, mit dem Tode des Täufers ein Factum gegeben, vor welches die Verheirathung der Salome unter keinen Umständen gesetzt werden dürfte. Prüfen wir nun die Quellen auf ihre Glaubwürdigkeit, so ergiebt sich, daß die trockene Angabe des Josephus von keiner Seite her anfechtbar ist. Anders verhält es sich mit den Berichten der Evangelien. Marcus und Matthäus haben nur in den Grundzügen denselben Bericht: Festfeier der ysvtctcu, bei Hero- ') Ant. XVIII, 5, 4. 2) 6, 17—29. 3) 14, 3—12. *j Ant. XVIII, 5. 4,

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