Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 8 · p. Seite 347

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 8
Article
Die Söhne Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 347 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2829132-2829430-2829439-2867419--14947-2867440
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Söhne des Herodes. 347 in die Ereignisse langsam, aber sicher das vorgesteckte Ziel zu erreichen. Das einzige Mittel, unl diesen Erfolg anzubahnen, war aber nur eine nähere Verbindung mit den souverainen Familien- Häuptern, und die günstige Gelegenheit dazu bot sich wie von selber dar. Herodias hatte eine Tochter, Namens Salome, und diese nmßte auf ganz natürlichein Wege das Mittel werden, die schwer vermißten Counexioneu mit den vom Schicksal bevorzugten Familienmitgliedern herzustellen. Konnte sie an einen der drei re- -gierenden Brüder verheirathet werden, so war für die ehrgeizige Mutter vielleicht ein indireeter Einfluß auf die Regiernngsgeschäfte, jedenfalls aber ein, wie sie meinte, allein ihrer würdiger Wirkungskreis gewonnen. Glücklicher Weise war einer der drei Fürsten, als Salome heranwuchs, noch unverheirathet. Es war Philipp, derjenige der drei Brüder, dein die entlegensten und ärmsten Territorien zu Theil geworden waren, und der daselbst ein ruhiges, friedliches uiib gerechtes Regiment führte. Freilich wurde dort am Hofe kein königlicher Luxus entfaltet, freilich stand die äußere Pracht des Hoflebens in keinem Verhältniß zu dem Aufwands der in der Umgebung des Archelaus und Antipas herrschte. Da aber die letzteren Beiden ohnehin außerhalb des Kreises der Berechnung lagen: und zwar der Erstere, weil seine Leidenschaft für Glaphyra jede derartige Annaherung unmöglich gemacht hätte, ganz abgesehen davon, daß seine Regierung wahrscheinlich schon ihr gewaltsames Ende erreicht hatte, ehe noch Herodias an die Nealisiruug ihrer Experimente hätte denken können; und der Andere, weil die Tochter des Araberhäuptlings Aretas aus politischen Gründel: die erste Gemahlin bleiben mußte — auch später bei der Herodias-Ehe kostete es Mühe, diesen Einfluß zu brechen — da, sage ich, aus Archelaus und Antipas nicht zu reflectiren war, so mußten mit Philipp Unterhandlungen angeknüpft werden. Und in der That wurde der Erfolg erreicht: Philipp führte Salome Heini. Ueber diese Ehe haben wir zwei Oucllennachrichten. Der eine,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.