Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Der Einfluß anderer Tannaiten auf R. Jehuda Hanassi's Halacha-Feststellung
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829430-2829438-2867359--14919-2867402- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
324 Der Einfluß anderer Tannaiten aüs R. Jehuda Hanassis lung abgeleitet, aber mit allgemeinen Stimmen zum Gesetze erhoben wurden.') Nun ist es aber eine ausgemachte Sache, daß derartige Halachoth unter den סתומות eine verschwindend geringe Anzahl bilden. Ist es nun denkbar, daß R. Jochänan, indem er einen wichtigen Zug in der Mischnah zeichnen wollte, die Ausnahme als Regel bezeichnet hätte? Und selbst wenn man von diesem entscheidenden Umstande absehen wollte, so begreift man nicht, welche eigenthümliche Lehrmethode dieser Aurora bei den anderen Tannaiten, die gleichfalls R. Jehuda Hanassi's Lehrer waren, voraussetzte. Unser Mischnahredakteur hatte ja wie bekannt, mehrere Lehrer. Wie nun? Sollte R. Me׳r sich in seinen Vorträgen auf die Mittheiluug der allgenreingültigen, und sollten die anderen Tannaiten sich auf die der streitigen Halachoth beschränkt haben? Das würde eine Art Verabredung unter den Tradenteu bedingen, die, weil ungereimt, undenkbar wäre. Die anderen Lehrer werden ihren Hörern, und Rabbi nicht ausgenommen, eben so gut wie R. Me!r in erster Reihe die allgenreingültigen Halachoth mitgetheilt haben. Die maimunische Auffassung ist aber nicht nur innerlich unhaltbar, sondern auch von vorne herein umnöglich, wenn man sich von dem Gesichtspunkte entfernt, von dein aus Maimuni die Leistungen Rabbi's als Mischnah-Redakteur betrachtet. Nach seiner Auseinandersetzung in der Einleitung zu seinem Codex bestehe das Verdienst R. Juda Hanassi's um die Mischnah allein in der V e r ö ffentlichung seiner schriftlichen Redaktion der ihm von seinen Lehrern mündlich überkonrmenen Halachahtraditionen. Während nämlich, nach Maimuni, die anderen Tannaiten ihre selbstständigen, schriftlich redigirten Sammlungen der ihnen von ihren Lehrern ebenfalls mündlich überlieferten Halachoth nicht nur der Oeffentlichkeit, sondern auch ihren Schülern entzogen und diesen, einem uralten Gebrauche folgend, die halachischen Resultate nur mündlich mittheilten, hat Rabbi, von den Umständen gedrungen, die Neuerung eingeführt, daß er seine redigirte Sammlung zum Eigenthume der Gesammtheit machte. Auf diesen! Standpunkte nun liegt die Veranlassung אכל סתכש משנה הוא מה שהסכים עליו דעת רבים והשתווה עיונם 12(' .ibid ולא נפלה בו מחלוקת או שיקבלוהו רביכם מפי רביבם עד משה.