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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 7 · p. Seite 320

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 7
Article
Die Söhne des Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 320 (sequence 16)
Language
German
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320 Die Söhne des Herodes. hend, den Brief combinirt und so die ganze Confusion angerichtet habe. 2) Angeuomnien selbst der Brief sei acht, wer bürgt dafür, daß Agrippa nicht absichtlich die von Josephus erzählte Afsaire anders gefärbt habe, um den Abstand zwischen dem Verfahren des verstorbenen Kaisers und dem frevelhaften Ansinnen des jetztgen in um so grelleres Licht zu setzen. Die ans die Erzählung des Falles folgende Apostrophe läßt das fast ahnen. ״Da׳- mals handelte es sich", so fährt nämlich der Brief fort, ״um Schilde ohne Inschrift, jetzt um eine collossale Statue; damals um eine Ausstellung in der Wohnung des Procurators, jetzt um eine solche innerhalb des Tenipels im Allerheiligsten, das sogar der Hohepriester nur an einem Tage des Jahres, und auch da nur einmal (?! vgl. Graetz a. a. O.) betreten darf!" Die Schilderung des ganzen Beispiels ist auch so verschwommen und phrasenhaft gehalten, Zeit-, Ort- und Personenbestimmung ist so vage und dehnbar, daß int schlimmsten Falle noch denk Agrippa gegen den Vorwurf, Thatsachen entstellt zu haben, Ausflüchte genug offen standen. 3) Welches mosaische oder talmudische Gesetz verbietet denn die Anbringung uoit beliebigen Inschriften? Selbst im Tempel befanden sich Säulen, auf welchen zu lesen war: ״Bis hierher dürfen Heiden gehen und weiter nicht.1)״ Herodes hatte sie anbringen lassen, und niemand nahm daran Anstoß. Aus den Maccabäerbücheru (I, 14, 27—43) wissen wir, daß die Urkunde, durch welche Sinion der Maccabäer, zum Fürsten und Hohenpriester ernannt wurde, in eherne Tafeln eingegraben im Tempelvorhof zu sehen war. Maccab. I, 4, 57 wird erzählt, daß der Tempel bei seiner Einweihung mit Schilden und Inschriften verziert worden sei, auf welche Stelle Mangey selber gegen seine Conjectur aufmerksam macht. Aus allen diesen Thatsachen folgt mit unerschütterlicher Noth- ') Ant. XV. 11, 5. B. V, 5. Erst neulich ist eine derartige Inschrift bei den Ausgrabungen in Jerusalem wieder aufgefunden worden.

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