Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Die Söhne des Herodes
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 319 (sequence 15)
- Language
- German
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Die Söhne des tzerodes. 319 mv xatvovQyrj-O’bVTog roXfirifiaioq^ die betreffenden Schilde im Augustus-Ternpel zu Cäsaren aufzustellen?) Soweit die Philonische Darstellung jenes Ereignisses unter Pilatus. Die Widersprüche zwischen beiden Berichten, dem des Philo und Josephus, liegen auf der Hand. Josephus spricht von Feldzeichen und Bildern, Philo voll Schilden mit Buchstabenschrift, Josephus von deren Aufstellung in der Stadt, Philo von deren Anbringung im Palast, Josephus von Pilatus freiwilligem Nachgeben, Philo voll erzwungerler Nachgiebigkeit dllrch ein kaiserliches Decret. Alle diese Widersprüche haben den gelehrten Herausgeber des Philo, Thomas Mangey, veranlaßt, die von Beidell erzählten Ereignisse als voll eülander unabhangige, zeitlich verschiedene darzustellen. Er sagt, nachdem er auf die Schwierigkeiten aufmerksam genlacht hat: ״Atqui conciliari possunt inter se Philo et Josephus, si dicamus Pilatum bis laesisse Judaeos, primo imaginibus Caesaris , dein, cum id non ferrent, clypeis cum inscriptione in urbem inductis, alterum vero tentamen a Philone, alterum a Josephe descriptum etc." Diese Conjectur scheint mir aber von vielen Seitell her stark erschüttert werden zu können: 1) Zugegeben des Philo Darstellullg von Agrippa's Berfahren gegen Caligula sei die richtige, und jenes Schriftstück sei von Agrippa in der That abgeschickt worden (was alles auf Grund des Josephus noch bezweifelt werden kanll), so wird es sich noch immer fragen, ob Philo bei Abfassullg seiner Schrift eine authentische ltnd genaue Abschrift jenes Aktellstücks vor sich gehabt hat, oder ob er mcht vieünehr nach Art vieler alten Schriftsteller von ihnt vermeintlich bekannten Thatsachen ausge- י) Hausrath S. 314: ״Die Juden getrösteten sich sogar, der Kaiser sei sehr entrüstet gewesen über die Thorheiten seines Procurators." Bei der Gläubigkeit, mit der Hausrath den übrigen Bericht des Philo hier aufnimmt, bleibt es ganz unbegreiflich, warum grade der Schluß desselben weniger glaubwürdig, als das Andere sein sollte.