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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 6 · p. Seite 248

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 6
Article
Die Söhne des Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 248 (sequence 8)
Language
German
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248 Die Söhne des Herodes. dieses Hirtengeschlecht, durch dessen Geschichte sich unverkennbar ein romantischer Zug von Ritterlichkeit und getreuer brüderlicher Liebe und Hingebung hindurchzieht?) Archelaus aber befestigte durch diesen militärischen Erfolg derartig sein Ansehen, daß unter seiner Regierung von keiner offenen Rebellion mehr berichtet wird. Er hielt jede Regung der Parteien durch eiserne Strenge und mit Hülfe militärischer Gewalt zu Boden, Mittel, welche allerdings kaum geeignet waren, ihm die Liebe und Anhänglichkeit der Unterthanen zu erwerben. Ueberhaupt bemühte er sich in allen Stücken die Regierungsgrundsätze seines Vaters zu befolgen, ohne durch die Mißerfolge seines Vaters und durch die deutlich genug sprechenden krankhaften Erscheinungen des Krieges des Varus (kolsm08 861161 Varus, 4. v. Ehr.) im Geringsten belehrt zn sein. Dazu ko mmt noch, daß ihm die staunenswerths Energie und nöthigenfalls auch die kluge oder, wenn man lieber will, verschmitzte Mäßigung und Zurückhaltung des Herodes gänzlich abging. Rohe Sinnlichkeit, persönliche Leidenschaftlichkeit und maaßloser Egoismus waren die Triebfedern seiner Handlungen sowohl im privaten als auch im öffentlichen Leben.a) Den Hohenpriester Joasar aus dem Hause Boethos setzte er ab, nicht etwa weil gleich zn Anfang der Unruhen das Volk seine Absetzung stürmisch verlangt hatte, oder weil er die sittliche Würde zu diesem Amte nicht besaß, sondern einfach deswegen, weil er es sich erlaubt hatte, sich in der Zeit der Anarchie einer Partei anzuschließen, die ihnr und den Römern nicht genehm war. s) Es war eine rein persönliche .) Ant. XVII, 10, 7. B. II, 4, 8. Dieses Charakterbild des Archelaus, wie es sich uns nach allen über sein Leben und Wirken erhaltenen Notizen darstellt, benutzt Matthaens (2, 22) dazu, um einen plausibeln Grund dafür zu geben, weshalb die aus Aegypten heimkehrende Familie des Joseph sich nicht in Judäa niederlieh, sondern erst in Galiläa, im Territorium des Tetrarchen Antipas, ihre Wohnung nahm. d) Die Worte bei los. Ant. XVII, 13, 1 lauten: ,, loiaQaqov rov

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