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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 6 · p. Seite 246

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 6
Article
Die Söhne des Herodes
Date
1873-01-01
Page
Seite 246 (sequence 6)
Language
German
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246 Die Söhne des Herodes. die Institutionen beschränkt, die sie bei den zurückgebliebenen Israeliten vorgefunden hatten und lehnten alle anderen im Exil gesammelten Bücher als apokryph ab. Darum gestaltete sich eine bittere Feindschaft zwischen ihnen und den jüdischen Bewohnern der andern Provinzen, denen sie als halb im Heidenthum stecken geblieben galten. Dieser Haß, durch Jahrhunderte lange Reibungen genährt, der sich noch neulich bei den Aufständen des vorangegangenen Jahres (4. v.Chr.) in sehr schroffer Weise gezeigt hatte, als die Samaritaner der nationalen Bewegung gegenüber gänzlich unbewegt geblieben waren, bildete eine unübersteigliche Kluft, die die Bevölkerung beider Länder in zwei feindliche Lager spaltete und sie nur einmal für einen Augenblick, als es galt den gemeinsamen Feind zu bekämpfen, zusamnrengehen ließ. Viel unbedeutender und werthloser, als diese beiden Provinzen, war endlich das Nebenland Jdumaa, das Heimathsland der Herodäer, das erst seit Johann Hyrkan erobert, und dessen Bevölkerung — der einzige Fall in der ganzen Geschichte Israels— zur Annahme des Judenthums gezwungen worden war. Das Ländchen bildete die Grenze Palästinas gegen Arabien und Aegppten und umfaßte namentlich das Gebirge Sei'r, welches sich im Süden des todten Meeres erhebt. Die Bewohner waren und blieben Barbaren, lebten von Freibeuterei und ließen sich von ihren halbwilden Anführern, die jedem käuflich waren, mit Freuden zu Raubzügen und Plünderungen verwenden. Dieser Ländercomplex brachte dem Ethnarchen ein jährliches Einkommen von sechshundert Talenten, ein Beweis dafür, daß im Allgemeinem Wohlstand und sogar Reichthum Vorherrschend gewesen sein muß. Die erste Aufgabe des jungen Fürsten war es natürlich, sein im Verhältniß zu den beiden andern Neichen noch am besten zusammenhängendes Territorium, welches schon seit seiner Romfahrt zur Erlangung der kaiserlichen Bestätigung für das letzte väterliche Testament und noch immer von Athronges

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