Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Die Söhne des Herodes
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 245 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829430-2829437-2867288--14826-2867310- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Söhne des Herodes. 248 die Römer zum Throne gelangt, keineswegs dieses religiöse Gefühl des Volkes respectirte, war er und seine Dynastie der großen Masse auf's tiefste verhaßt. Anders waren die Verhältnisse in der nördlichen Provinz Samaria. Diese, die kleinste Provinz Palästina's, hatte ihren Namen von der Hauptstadt Samaria, die seit Omri die Residenz der Könige von Israel gewesen und von Herodes unter dem Namen Sebaste mit neuer Pracht wiederhergestellt worden war.') Im Norden Galiläa berührend erstreckte sich die Grenze im Nordwesten und Norden, vom Karmel ausgehend, an Ginäa vorbei bis zum Jordan, an welchem sie ein wenig oberhalb von Scythopolis ihren Endpunkt fand, im Osten bildete der Jordan die Grenze, im Süden Judäa, und im Westen reichte sie nicht bis an das Meer, weil das Küstenland vom Karmel an zu Judäa gehörte. ״Das Gebirze Ephraim durchschneidet die Provinz von Norden nach Süden, allein Samaria umfaßt im Norden noch einen Theil der Ebene Esdrelon und im Osten die Jordansebene nebst einigen anderen von östlichen Gebirgsausläufern ge bildeten Thälern. Der Boden, selbst auf den Bergen, ist sehr fruchtbar und noch heute ziemlich cultivirt. Er ist reich namentlich an Getreide, Oliven und verschiedenen Obstsorten. Die Herr liche Vegetation, die malerischen Formen der Berge, die Weinberge und Olivenwälder, die von reißenden Gebirgsströmen reich bewässerten Wiesen und Felder machen das Land noch jetzt zu dem anmuthigsten Syriens." In diesem Gebiete waren die Nachkommen jener Stämme sitzen geblieben, die die assyrischen Könige und namentlich Assar-Haddon in dem verödeten Gebiete des Zehnstäinmereichs angesiedelt hatten, und die hier im Laufe der Zeit vermischt mit den Trümmern Israels zu einem religiösen Gemeinwesen zusammengewachsen waren. (Esra 4, 2). Nach der Rückkehr der Exulanten von der Theilnahme am Tempelbau ausgeschlossen, hatten sich die Samaritaner auf ') Nach Munt a. a. O. S. 37 und H a u s r a t h, neutestammtliche Zeitgeschichte. I. S. 13 flgg.