Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Alte aramäische Poesien zum Vortrage des Haphtara-Targum
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 2)
- Language
- German
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Alte aramäische Poesien zum Vortrage des Haphtara-Targum. 22t ,הרגום אמיר ראחמר עלידי יהושע (יחוקאל, שמואל, ישעיה, נחוקאל נביאה (bez. חבקוק) und geschlossen mit der Formel: על דא יהברך וישתבח שמא דאלהא רבא וקדישא לעלם ולעלמי עלמיא. Diese stereotypen Formeln sind jedoch nur die letzteil Reste einer ganzen Reihe von Poesien, welche bestimmt waren, das Haftara - Targum einzuleiten und zu schließen. Einzelne dieser Poesierl sind schon bekannte. Zunz, (Die Riten des synag. Gottesdienstes S. 5 3) erwähnt einen aramäischen Reschut für das Haftara-Targum des siebenter! Passah-Tages im Ritus von Tripolis, so wie eine aramäische Jrrtroduktion zu gleichem Zwecke im griechischen Ritus (ebend. S. 81). Drei solcher Introduktionen konnte Zunz auch näher besprechen (Literaturgesch. der s. P. S. 79 f.): eine aus dem Ritus Fas und zwei aus der altfranzösischen Synagogendichtung. In der letzteren hatten die fraglichen Jntroduktionen sich auch am längsten erhalten, sowie in weitesten! Umfange. Nicht nur für die großen Festtage ') gab es für den Uebersetzer eine poetische Jntrod. nebst einen! aramäischen Schluß- Hymnus (Riten S. 61 f.), sondern auch zu den gewöhnlichen Sabbat-Haftaren gab es ״eine Eröffnung und einen Schluß, beides aramäisch" (eb. S. 60). Indessen ist auch durch Zunz' Mittheilungen in Inhalt und Composition dieser Poesien kein Einblick gestattet- Es muß daher nur willkommen sein, wenn an! Schluffe des nunmehr edirten Codex Reuchlinianus a) uns nicht nur ein einzelnes Muster dieser Gattung geboten wird, sondern eine ganze Samnllung von verschiedenen Verfassern, gewissermaßen zur Auswähl an den! Schluß des Prophetentargum hingeschrieben. Schon dieser Vollständigkeit wegen ist das im I. 1105 geschriebene Rituale zum Haftara-Targum weiterer Kenntnißnahme würdig, besonders da sich für einige mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch der Verfasser eruir-en läßt. Daß wir die Dichter unter den alten Poetanim zu suchen haben, ist aus der genannten Jahreszahl, in welcher die kleine Sammlung geschrieben wurde, erfichtlich. Letztere selbst leitet der Abschreiber, Serach bar Jehuda mit folgenden Verszeilen ein : 0 Auf das Haftara-Targum dieser Feste scheint sich zu beziehen, was im Tassaphot Megilla 24a s. v. ומביא erwähnt wird. *J Proplietae Chaldaice ed. Paulus de Lagarde, Lipsiae 1872. S. 490 f.