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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 5 · p. Seite 220

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 5
Article
Alte aramäische Poesien zum Vortrage des Haphtara-Targum
Date
1873-01-01
Page
Seite 220 (sequence 1)
Language
German
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220 Alte aramäische Poesien zum Vortrage des Haphtara-Targum. Alte aramäische Poesien zum Gortrage des Kaptjiara-Hargum. Von Dr. Wilhelm Bache r. Der in der spnagogaten Poesie zu allen Zeiten mehr oder weniger heimische Gebrauch der aramäischen Mundart führt seinen Ursprung bis ans die Zeit zurück, wo das Aramäische noch Volksspräche war und zur Verdolmetschung der heiligen Schrift verwendet wurde. Zunz (Literaturgeschichte der syn. Poesie S. 21 f) hat 16 aramäische Stücke angeführt, ״die unmittelbar aus Midrasch und Targum in die Spnagogeupoesie übergangen sind. Diese Stücke, von denen einige sehr poetisch, andere auch schon alphabetisch sind, schließen sich als agadische Illustrationen den Thoralektionen des Passah- oder Wochenfestes oder auch der Purim-Lection an. Wir können sie als unmittelbares Erzeuguiß der Targumliteratur, also als Werk der schöpferischen Meturgemanim ansehen. Aber auch später, als das Targum eine gewisse Canonicität erlangt hatte, und die Metargemanim nur vorlesen dürften, ohne es selbstständig weiter zu bilden, erhielt sich jener Zweig der gottesdienstlichen Dichtung, wenn auch in sehr beengtem Kreise. Denn die armäischen Vorträge hörten mit der Zeit auf, einen Theil des Gottesdienstes zu bilden, und nur für einzelne Hefte hat sich hie und da etwas davon erhalten. Das römische Machsor') giebt noch zu den vier Passah- und den zwei Schebuot-Festtagen die aramäische Version der betrefsenden Haftara's.2) Jede wird eingeleitet von der Formel: 1) Gedruckt in Bologna 1540. *) In Meliana war es noch im 15 Jhdr. üblich, die Haft, der beiden Feste aramäisch vorzutragen Respp. des R. Simeon b. Zemach III. 28a. Nr. 121 (Zunz, Gottesdienstliche Vorträge S. 410.) Im Ritus von Tripolis findet sich noch für den 7. Tag des Pasial, Haftara-Targum (Riten S. 53) in dem von Maroco für das Thorafest ceb) im griechischen Ritus für das Paffah-Fest. (eb. S. 81).

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