Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Plan und System in der Aufeinanderfolge der einzelnen Mischnah's
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 212 (sequence 5)
- Language
- German
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212 Plan und System Gesetz anzuführen, das zugleich einen ״Segen" in sich schließt, — im Allgemeinen von der Pflicht des Grußes mit der Anführung des Gottesnamens. Wollen wir ferner das vom Redakteur der Mischnah beabsichtigte, in allen Theilen seines Werkes durchgehende System bei der Aufeinanderfolge der einzelnen Mischnah's kennen lernen, so bedarf es nur einer genaueren Betrachtung des in der 2. ״Ordnung" (behandelten מרעד) Traktates ״Pesachim." Hier werden nämlich in drei leicht erkennbaren, besonderen Capiteln 1) über die allgemeinen Verrichtungen vor Beginn des Festes in ordnungs» gemäßer Reihenfolge alle nur irgend für den speciellen Fall anwendbaren Gesetze oder möglicherweise eintretenden, abnormen Zustände an Personen oder Gegenständen verhandelt; wobei nur eine einzige Mischnah (Abschnitt lll, 8) im Allgemeinen von dem für's Heiligthum bestimmten Fleisch handelt, das Jemand aus Vergeßlichkeit durch das Hinausgehen aus Jerusalem ״unbrauchbar" gemacht hat, und zwar aus dem Grunde, weil kurz vorher gleichfalls von einem Gesetze gesprochen wird, das für solche anwendbar ist, die mit andern Dingen beschäftigt, den Sauerteig aus dem Hause zu schaffen verabsäumt haben. Ebenso systematisch folgen die Mischnah's im folgenden Kapitel: 2) über das specielle Opfer, auf einander. Da wird zunächst von der Zeit des Opfern's, von der Gesinnung, mit der geopfert werden soll, von der Zeit des Schlachtens und von dem ״Chagiga" gesprochen, das zu dem (Pes ach) Opfer gehört. Endlich wird, nachdem so alle bis zum Augenblick des eintretenden, vorgeschriebenen Freiheitsmahles zu beachtenden Gesetze besprochen sind, auch von diesem in einem besondern Capitel 3) über das Mahl selbst gehandelt. Hierbei könnte nur die letzte Mischnah, die wieder auf das Opfer zurückkommt, als in den vorangegangenen Zusammen- Hang nicht hineingehörig auffallen, obgleich auch diese Schwierigkeit schwindet, wenn man bedenkt, daß in dem ganzen Abschnitt von dem des Abends zu beginnenden und bis Mitternacht sich hinziehenden ״Pessachmahle" gesprochen wird, nach welchem, wie eben diese letzte Mischnah sagt, das Darbringen des Pessahopfers ungesetzlich ist und die ״Verunreinigung der Hände" zu Wege bringt. Aus alledem erhellt zur Genüge, daß der Redakteur der