Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 5
- Article
- Plan und System in der Aufeinanderfolge der einzelnen Mischnah's
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 4)
- Language
- German
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in der Aufeinanderfolge der einzelnen Mischnah's. 211 unrekn geworden, ganz oder nur theilweise vom Lesen des Sch'ma befreit sind und schließt, gleichsam anhangsweise, mit Gesetzen über unrein Gewordene. Die Mischnah's, deren systematische Aufeinandersolge und planmäßige Ordnung wohl schon aus dem bisher Besprochenen zu erkennen ist, sind hier, wie überall, kurz und enthalten meist nur das einfache Gesetz ohne Angabe des Gründes und ohne nähere Auseinandersetzung. Daher die häufige Erscheinung, daß der Redakteur meist nur ein einziges, bestimmtes auf biblische Andeutungen basirendes Gesetz in einer einzelnen Mischnah mittheilt, — anders wie im Talmud, der einerseits oft einige Mischnah's, die mehrere Gesetze behandeln, zusammenfaßt und dann bespricht, andererseits einzelne Mischnah's theilt und zerlegt, um sie genauer und umständlicher zu erklären.») Die folgenden Abschnitte in unserer ״Ordnung" handeln 2) über das Morgen-, Mittag- und Abendgebet und sprechen ohne jede Digression über die Andacht an allen Orten, auch über die Zusatzgebete, sowie über andere specielle Gebete und schließen noch daran einige Gesetze den Vorbeter betreffend an. Nicht minder läßt sich der geordnete Inhalt unserer Mischnah's erkennen in den Abhandlungen über 3) Segenssprüche beim Genuß von Früchten u. s. w. und über 'die nach oder während der Mahlzeit, 2) wobei auch noch alle Verrichtungen vor und nach dem Mahle, wie auch die Segenssprüche beim Ein- und Ausgang des Sabbath's der Reihenfolge nach behandelt werden. Als Anhang wird nun noch in dem letzten Abschnitt unserer ״Ordnung" auch von solchen Segenssprüchen gesprochen, die Angesichts gewisser historisch merkwürdiger Orte oder Naturerscheinungen rc. zu verrichten sind und endlich — um zum Schluß auch ein ethisches *) S. Darke Ham. S. 265. 5) Daß der Redacteur der Mischnah nicht auch die Formel für das zu verrichtende Tischgebet, da wo er von diesem spricht, anführt, hat seinen Grund wohl darin, daß sie, wie die aller andern Gebete, allgemein bekannt war. Ebenso läßt sich erklären, daß an der Stelle, wo von der Pflicht des Händewaschens vor und nach Tisch die Rede ist, nicht auseinandergesetzt wird, wie das geschehen soll, — weil dies ja eigentlich in der,,Ordnnng" טהרות verhandelt werden muß und in der That auch dort im ״Traktat" ירים seinen Platz gefunden hat.