Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Das Gutachten des Maimonides über Gesang und Musik
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 5)
- Language
- German
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178 Das Gutachten des Maimonides über Gesang und Mustk. N. Uebersetzung. ״Frage: Ist es erlaubt, die Absingung der arabischen ״m n w a £ £ a h ä t *) oder sonstige Musik anzuhören? — Aut- ״w o r t: Es ist bekannt, daß dies Musiciren und der Vortrag ״von Melodien selbst verboten ist, auch dann, wenn dabei keine ״Textworte angewendet würden, denn die Rabbinen sagen:a) ״Das Ohr, welches Gesang anhört, mag ausgerissen werden." ״Der Talmud hat ausdrücklich auseinandergesetzt * * 3 4) daß hiebei ״kein Unterschied gemacht wird zwischen dem Anhören von Vo- ״eal- und dem von Instrumentalmusik oder dem Anstimmen von ״Melodieen, es sei denn, wenn dies zum Gebet gehört; was hin- ״gegen zur Belustigung der Seele beiträgt, ist verboten, wie dies ״die Rabbinen erwähnen, wobei sie sich auf das prophetische ״Verbot(HosealX, 1) stützen: Freue dich nicht, Israel, ״bis zur Belustigung wie die Völker." Den ״Grund dieses Verbotes haben wir nachdrücklichst dahin erklärt, ״daß es nothwendig ist, die Kraft der sinnlichen Begierde zu be- ״zähmen und zu beschwichtigen, ihre Zügel fest anzuspannen, ״nicht aber sie wirken zu lassen und was von ihr gestorben, zu ״erwecken. Man hat dabei nicht den vereinzelt vorkommenden ״Ausnahmefall in Betracht zu ziehen, daß diese Dinge bei Man- ״chem die Seele beschützen und den Seelenaffect zur Auffassung ״von Verstandesdingeu oder zur Unterwerfung unter religiöse ״Gebote beschleunigen; denn die religiösen Gesetze sind in Anbe- ״tracht der Mehrzahl und des überwiegend Allgemeinen geschrieben ״worden, ״die Weisen redeten vom gewöhnlich ״V o r k o m m e n d e n." — Nun haben uns die Propheten dieses ״auseinandergesetzt, indem sie ihrer Mißbilligung der Anwendung ״von musikalischen Instrumenten in den Worten Ausdruck geben ״(Amüs VI, 5): ״Die da faseln zum Ton der Harfe, wie David ״dünkt ihnen dies ein Saitenspiel." Wir haben bereits in un- ״serem Commentar zu Abüth *) auseinandergesetzt, daß in diesem >) Eine poetische Form in der arabischen Literatur, welche, wie von Schack nachgewiesen, auch in die spanische Poesie eingedrungen ist. *) Sötä, 58 a. 3) Gittln 7 a. 4) Zu 1,17.