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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 4 · p. Seite 164

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 4
Article
Zur Halachakritik
Date
1873-01-01
Page
Seite 164 (sequence 12)
Language
German
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164 Zur Halachakritik. O hie.rmit noch nicht für die jüngst in dieser Monatsschrift*) aufgestellte Hypothese über den Antheil R Jehuda Hanassis an der Mischna gegen die Resultate Frankens. Wir beschränken unsere Schlüsse auf den unsere Materie behandelnden Abschnitt. Vergleichen wir diese Halachas, wie sie uns in Mischna Nasir und Oholot a. a. O. entgegentreten mit den dieselben Gegenstände behandelnden Mischnas in Edujoth und der Tosifta,^) so stellt sich uns folgender Unterschied heraus. In den 'letzten beiden Sammlungen finden wir die Verhandlungen, wie sie zwischen den Tanaim geführt wurden, wenigstens der Hauptsache nach, während die ersteren abgeschlossene Sätze enthalten unter Anführung der Einzelmeinung nach dem bekannten Grundsätze Edujoth 1, 6. b) Mit anderen Worten, jene Schriften haben den Charakter von Protokollen, während die Mischna — Edujoth ausgenommen — ein Codex sein will. Wir müssen sonach Edujoth und Tosifta als Quellen der Mischna betrachten, welche Ansicht schon ausgesprochen ift.* * 3 4) *) Vor. Jahrg. 161 ff., 218 ff. Wir können nicht läugnen, daß die Beweisführung des Herrn Dr. Dünner eine glückliche und schlagende zu nennen ist. Wir müssen zustimmen, daß die von ihm angeführten Halachas bis auf R. Jehuda Hanafsi flüssig gewesen fein müssen, wie wir dies auch von den oben behandelten Halachas beweisen werden. Aber damit ist die Behauptung Frankels, R. Akiba habe die ältesten Mischnas redigirt, noch nicht umgestoßen. Es kann doch Mischnas geben, die von R. Mba redigirt sind. Die Wendung, die man bei geometrischen indirekten Beweisen gebraucht, was von dieser Linie bewiesen wird, gilt von Allen, ist hier nicht anwendbar. Hier ist eben die Forderung — will man eine sichere Behauptung aufstellen, ■— die Mischna einzeln der Entwickelung nach durchzuarbeiten. *) Vgl. Mischna Oholot 2 ss. mit Edujoth 1, 7, 6; Tosista Oholot 3 auch ähnlich im Jalkut nach Sifri a. a. O. b) Wenn in Oholot 1, 1 von der in Tosifta in Edujoth vorkommenden Controverse zwischen den Schulen Schammais und Hillels Nichts erwähnt ist, so kommt dies daher, daß R. Josua beide Meinungen ausgeglichen אמר ר' יהושע יכולני לעשות ב״ש וב״ר. אחר vgl. Tosifta a. a. O. In Edujoth ist wohl dieser Passus ausgefallen, oder hat R. Jehuda Hanassi dies durch die allgemeine Behauptung in Oholot angedeutet. Wohl der älteste uns bekannte Ausgleichungsversuch. Das hat aber Maimonides nicht verhindert, die Controverse dem Sinne und den Worten entsprechend anders zu erklären. 4) S. Monatsschrift 1871, S. 33 ff. 1872, S. 475.

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