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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 3 · p. Seite 133

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 3
Article
Eine neue Charakteristik der Semiten
Date
1873-01-01
Page
Seite 133 (sequence 3)
Language
German
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Eine neue Charakteristik der Semiten. 133 gaben bei ihm vertheilt sind. Dieser Eintheilungsgrund ist gewissermaßen ein psychologisch-statistischer, der einzig angemessene, wo es sich um die Psyche einer Gesammtheit handelt. — Im Folgenden soll der Inhalt der kleinen aber gehaltvollen Schrift in kurzer Skizzirung wiedergegeben werden, wobei das Wichtigere wörtlich ausgezogen wurde. Der bessern Ueberficht wegen wird die synthetische Darstellungsweise des Verfassers beibehalten, mit der Voraussetzung natürlich, daß der Forscher auf dem Wege vom Besondern zum Allgemeinen zu seinen Resultaten gelangt ist. In Bezug auf den Verstand besitzt der Semite keine solche Fülle und Mannigfaltigkeit der Ideen, wie der Arier; aber er besitzt einen gesunden, praktischen, fast möchte man sagen machemalischen Verstand, leichte und rasche Auffassung und Scharfsinn. — Sein Nervensystem und Gemüth macht ihn leicht erregbar, ,nächtiger Empfindungen fähig; er ist daher lebhaft, leidenschaftlich, rasch von einer Idee begeistert, thätig und unternehmend, fremden Verhältnissen sich leicht accomodirend, ohne sich von ihnen absorbiren zu lassen. — Während bei dem Arier entweder das Herz oder der Verstand vorherrschend ist, herrscht beim Semiten ein gewisses Gleichgewicht zwischen Kopf und Herz, so daß sie fiel, gegenseitig vor Ausschweifungen schützen. Man findet oft bei ihm einen scharfen, schneidenden Verstand mit tiefem poetischen Gemüth gepaart, Nestexion mit Enthusiasmus. — Was die Vertheilung dieser Geistesgaben angeht, so ist die große Masse der Semiten begabter, als die der Arier, so daß man unter jenen weniger Genies, aber verhältnißmäßig mehr begabte Individuen findet, als unter diesen. Stumpfsinnige und stupide Individuen giebt es unter den Elstern weniger als unter den Letztern. — Diese Haupteigenschaften des Semiten sind es, aus denen die drei hervorragendsten Charakterzüge der semitischen Völker hervorgegangen sind: Nüchternheit des Gemüthes und Mangel an ausschweifender Phantasie, scharf ausgeprägte Jndividualitat der einzelnen Persönlichkeit, und drittens Tiefe und Innerlichkeit des Gemüthes, rasche und leichte Erregbarkeit desselben und, als Folge davon, Empfänglichkeit für humane Ideen, Neigung zur Wohlthätigkeit, ferner Höherstellung des

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