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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 3 · p. Seite 122

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 3
Article
Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
Date
1873-01-01
Page
Seite 122 (sequence 7)
Language
German
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122 Rabbinische Agada's in 1001 Nacht. auf, ein Urtheil in der Sache zu fällen (מיר צעקה ואמרה 12׳ קבלתי ולא רנו לי מן האיש שרימני שמעי דברי ורונו לי כחסדכס). David erbot sich, den Rechtshandel der Frau zu einem günstigen Austrag zu bringen, wenn ihm der König die Erlaubniß ertheilte, in der Sache thätig zu sein. Als ihm diese ertheilt wurde, ließ er in Gegenwart Saul's und des Volkes eine neue Beweisaufnähme veranstalten. Er ließ nämlich die Honigkrüge von den beiden Partheien als dieselben, welche zur Verwahrung übergeben und wieder zurückgeliefert wurden, recognosciren dieselben sodann vollständig entleeren und gründlich untersuchen. Da fanden sich denn an einer der Wände zwei Goldstücke klebend. Darauf verurtheilte David den Mann zur Rückgabe des ganzen Vermögens. ״Als Saul und die Israeliten diesen Richterspruch hörten, staunten sie und merkten, daß der Geist Gottes auf David ruhe." Da die ״Gleichnisse des Königs Salomo" zu der Classe der späteren Midraschim gezählt werden müssen, so ist es schwer zu entscheiden, ob der hebräischen oder der arabischen Erzählung das Prioritätsrecht eiilzuräumen ist. Die Araber lieben es, Proben kindlichen Scharfsinnes zu erzählen, vgl. Beispielsweise ״die Geschichte des Knaben von fünf Jahren" (1001 Nacht von Habicht, v. d. Hagen und Schall XV, 174) der in einer verwickelten Rechtsfrage ein sinnreiches Auskunftsmittel an die Hand giebt. — Wie hier von David, so wird auch von Karl dem Großen aus dessen Knabenzeit ein scharfsinniges Urtheil mitgetheilt. Bekannt ist das Urtheil Daniel's, durch welches er Susanna von der Anklage des Ehebruchs rettet (vgl. Frankel der gerichtliche Beweis 199) und das auch von den Arabern unter Andrem in 1001 Nacht (von G. Weil IV, 66: die tugendhafte Frau) wieder erzählt wird. Noch andere Erzählungen in 1001 Nacht weisen eine Berührung mit rabbinischen Agada's auf. Ich will auf einige nur kurz hindeuten. ״Der von Gott geliebte Neger" (1001 Nacht von G. Weil IV, 86) betet zur Zeit der Dürre zu Gott! ״Wie lange versagst Du Deinen Dienern noch, was in Deiner Macht steht, ihnen zu gewähren. Bei Deiner Liebe zu mir beschwöreich Dich, sende uns gleich einen labenden Regen!

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