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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 3 · p. Seite 118

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 3
Article
Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
Date
1873-01-01
Page
Seite 118 (sequence 3)
Language
German
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118 Rabbinische Agada's in 1001 Nacht. K. Vas sGrfsmmgr UrtZett mm Jumßeit. In der bereits erwähnten Geschichte des A l i C h o d j a h, Kaufmanns von Bagdad (1001 Nacht von G. Weil III, 243 ff.; von Habicht, v. 6. Hagen und Schall IX, 56 ff.) wird erzählt, daß Ali Chodjah, um sich auf der Wallfahrt nach Mekka nicht mit seinem Vermögen zu beschweren, tausend Goldstücke in Bagdad zurücklassen wollte. Erwählte ein Gefäß von passender Größe aus, legte dietausend Gold st ü ck e h i nein, füllte es daun mit Oliven auf und brachte es zu einem befreundeten Kaufmanne mit der Bitte, das Gefäß während seiner Abwesenheit in Verwahrung zu nehmen. ״Da hast Du den Schlüffel zu meinem Speicher, trage Dein Gefäß selbst dahin und setze es nieder, wo Du willst. Ich verspreche Dir, daß Du es unversehrt dort wieder antreffen wirst." Ali Chodjah unternahm von Mekka aus verschiedene Reisen und blieb sieben Jahre abwesend. Der Freund, dem er das Olivengefäß anvertraut, hatte bisher weder an ihn noch au das Gefäß mehr gedacht. Grade um die Zeit der Rückkehr Ali's speiste sein Freund eines Abends im Kreise der Seinen, das Gespräch kam unter Andrem auf Oliven und seine Frau äußerte Verlangen, welche zu essen. ״Ei," sagte der Kaufmann ״bei dem Worte Oliven fällt mir ein, daß Ali Chodjah mir vor mehr als sieben Jahren ein Gefäß mit Oliven übergeben hat. Da er so lange nicht zurückkehrt, so ist er ohne Zweifel gestorben und wir können jetzt die Oliven essen, wenn sie noch gut sind." Trotz der Bemerkungen seiner Frau über die Heiligkeit des anvertrauten Gutes ging der Mann in den Speicher, öffnete das Gesäß, fand die oberen Oliven alle verfault, darunter aber eitel Goldstücke. Er entleerte das Gefäß seines werthvollen Inhaltes, kaufte frische Oliven, füllte es mit denselben bis oben an, deckte es mit demselben Deckel wieder zu und stellte es wieder an den alten Platz. Kurz darauf kam Ali Chodjah zurück und verlangte sein Olivengefäß, das ihm von seinem Freunde auf's Bereitwilligste ausgeliefert wurde. Als Ali CH. das Gefäß untersuchte, fand er natürlich kein einziges Goldstück darin. Auf seine Beschwerde bei dem Freunde antwortete derselbe, er habe ein Gefäß mit Oliven in Verwahrung genommen und unversehrt wieder zurückgeliefert.

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