Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 117 (sequence 2)
- Language
- German
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Ein Beitrag zur Geschichte der Wanderung orientalischer Mahrchen. 117 sicherte er die sofortige Erfüllung ihrer Wünsche zu und ließ ihr die zur Befreiung ihres Mannes erforderliche Summe auszahlen. ״Nun erfülle auch Du meinen Wunsch und gieb mir meine Gesundheit wieder." Aber Channa redete ihm so eindringlich zu Gewissen, daß er unter dein Eindrücke ihrer Worte seine Leidenschast niederkämpfte, zu Gott um Vergebung für sein sündhaftes Begehren flehte und Channa in der ehrenvollsten Weise eittließ. Ihr Gatte, den sie ans dem Kerker befreit hatte, konnte sich jedoch noch immer nicht von dem Argwohne, daß sie ein sträfliches Verhältniß mit Nathan pflege, lossagen. R. Akiba erblickte einige Zeit nachher einen Mann an den Fenstern des Lehrhauses vorüberreiteu, um dessen Haupt der herrlichste S t rah le n g l a n z gebreitet war. Auf seine Frage an die Schüler, ob sie den Mann kännten, antworteten sie, es sei der wegen seiner Leidenschaftlichkeit berüchtigte Nathan. Auf seine weitere Frage, ob sie Etwas an dessen Haupte bemerkten, antworteten sie verneinend. R. Akiba ließ Nathan herbeiholen und sprach zu ihm: Mein Sohn, ich habe Lichterglanz über Deinem Haupte bemerkt, ich schließe daraus, daß Dir die ewige Seligkeit beschieden ist, erzähle mir Deineu Lebensgang. Nathan erzählte ihm den Vorgang mit Channa und R. Akiba nahm ihn in die Zahl seiner Jünger auf, unter denen er bald den obersten Rang einnahm. Der Gatte der Channa, der die ausgezeichnete Behandlung, deren sich Nathan Seitens des N. Akiba zu erfreuen hatte, merkte, gab fortan jeden Argwohn gegen seine Gattin auf und ließ ihrer Frömmigkeit und Tugendhaftigkeit die vollste Gerechtigkeit widerfahren. Aus dieser und der im Jeruschalmi als Seitenstück erwähnten und als bekannt vorausgesetzten Erzählung von dem Schmied בר מחא, der sich in ein Mädchen leidenschaftlich verliebte, ist offenbar die Erzählung in 1001 Nacht vom Schmied und dem tugendhaften Mädchen geflossen. Daß der Schmied seine Hände ins Feuer stecken und unversehrt zurückziehen konnte, mag der spätere Erzähler ans den oben besprochenen dunkeln Worten Sabb. 56 d פשט ידיו וקבלוה herausgelesen haben.