Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Justinus Martyr und die Agada
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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108 Justinus Martyr und die Agada. führten Erklärung von Spr. Sal. 5, 8 hat Graetz (Gnostic. p. 21, Note 16) bereits eine Parallele beigebracht. Wir wollen hier eine andere polemische Interpretation, die unmittelbar ans die zuletzt angeführte folgt,.mit einem (angeblichen) Ausspruche Petri in den judenchristlichen Recognitionen (Lib. II, cap. 72, pag. 75 cd. Gersdorf) zusammenstellen. Anlehnend an Spr. Sal. 2,19 wird gesagt: כל הפורש ממינות טייח. Wer sich vom Christenthume lossagt, muß sterben. Damit vergleiche man die Worte Petri (l. l.): Amant ...... videbitur magis necare eum et homicidii crimen incurrere. 10)Oikchc. 40, p. 132: Kaioi iv rfj ryfir&Cq. äirqäyoi 6־vo ofioiot xeXevß-D-evTeg ylve<rt)m, mv b eig amm0f.1na.T0 iycvew, 0 de Sveqog elg nqoa<f.oq6.v, twv övo naqovffimv rov Xqigtov x.arayyeXia rjffav x. r. X. (Vgl. cap. 111, pag. 372). Es ist bereits von den Herausgebern Justin'S (vgl. Otte n. 9) bemerkt worden, daß er einer jüdischen Tradition folgt, wenn er behauptet, die beiden Böcke des Versöhnungstages müßten einander gleich sein. Ungenau ist's aber, wenn-gesagt wird, daß die Mischna Joma Kap. 6 Mischna 1 lehre, daß die beiden Böcke gleich sein mußten (debere).') Im Gegentheil, sagt die Mischna ausdrücklich; wenn sie einander nicht gleich waren, so hatte dennoch der Akt seine Gültigkeit. Die Worte der Mischna lauten, wie folgt: שני שעירי יום הכפורים מצוחן שיהיו שניהן שוין: במראה, ובקומת וכרמים וכלקיחתן sS. und I. שיין כשרין (ים [S. und I. כאחד. ואף על פי׳ שאין [נן לקח אחר היום ואחר למחר כשרין ..«., Die beiden Böcke des Versöhnungstages sollten einander gleich sein an Farbe, Wuchs und Geldwerth, und auch gleichzeitig gekauft werden. Waren sie einander nicht gleich, so waren sie dennoch tauglich; kaufte er den einen heute und den a ndern morgen, so sind sie dennoch tauglich (vgl. Sifra z. 3 M. 16, 5). Auch scheint es, daß diese typologische Auslegung der ') sNtüv bedeutet: es ist passend, wüuschenswerth, schicklich.