Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der mons offensionis auf dem Ölberg
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 7)
- Language
- German
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Der mons affensionis auf dem Oelberg. 103 und Achimaaz, welche sich an der Quelle Rogel versteckt hielten, um David Kunde zu hinterbringen, und dort entdeckt, eilig nach Bachurim liefen, um sich dort zu verbergen (S. II, 17, 17—20), geht hervor, daß Bachurim nicht weit von Jerusalem war und zwar in nordöstlicher Richtung nach dem Jordan zu. Wenn David also eilig von Jerusalem nach Bachurim gelangen wollte, mußte er den kürzesten Weg dahin ausmählen, und dieser ging nur über die nördlichste Spitze des Oelberges. Der Weg über die mittlere Kuppe wäre ein kleiner Umweg gewesen, der ihn wenigstens, bei den langsamen Schritt mit Frauen und Kindern, um eine halbe Stunde aufgehalten hätte, und in Verzug lag Gefahr. Von: Oelberg zog David mit seinem Gefolge nach Bachurim, und von hier nahm er seinen Weg durch einen südlichen Ssiten-Wady, der in den großen Wadr> Kelt führt, und auch diesen muß er passirt haben, weil er in gerader Richtung nach der Gegend von Jericho und der Jordan-Sandwüste führt. Er brauchte daher nicht den beschwerlichen Weg über die Berge einzuschlagen, welche seine Flucht nur verzögert hätten. Es folgt also mit einiger Wahrscheinlichkeit, daß die Nordkuppe des Oelberges oder der Punkt, welcher früher aus unbekannten Gründen Galiläa genannt wurde, und gegenwärtig viri Galilaei benannt wird, der Platz war, wo Salomo die Altarhöhen für Asterts, Khemosch und Milkom errichten ließ. Es ist auch nicht denkbar, daß er die Mitte des Oelberges dazu ausgewühlt haben sollte, denn dieser lag dem Tempel auf Morija gerade gegenüber. Die Götzenstätten konnten also von den Tempelbesuchern in jedem Augenblick gesehen werden, was gewiß ein großes Aergerniß gegeben hätte. Wenn Salomo sich auch im Alter die Schwäche zu Schulden kommen ließ, die Götzenhöhen seiner Weiber zu toleriren, so hat er gewiß Anstand genommen, diese gerade dem Tempel gegenüber errichten zu lassen. Die Legende, welche die nördliche Kuppe des Oelberges mons