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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 2 · p. Seite 80

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 2
Article
Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
Date
1873-01-01
Page
Seite 80 (sequence 20)
Language
German
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80 Näbbinisch e Agadas in 1001 Nacht. R. Meir stellt es den Sündern gegenüber als etwas Leichtes hin, ben Reizen der Sünde zn entgehen. Der böse Trieb (שטן) neckte ihn aber zu wiederholten Malen tu ®eftalt einer schönen Frau, die sich einmal am jenseitigen Ufer des Flusses und ein andres Mal auf der Spitze eines Dattelbaumes befand und irmner war er nahe daran, der Versuchung zu unterliegen (Kidduschim 819, vgl. Aboda Sara 18b, wo Elias in Gestalteiner Buhlerin den R. Meir, nur ihn vor den Häschern zu retten, umarmt und die Geschichtensammlung des R. Nissim ed. Amst. 28, wo die Wirthi n des N. Meir vorgiebt, mit demselben im Rausche geschlechtlichen Verkehr gepflogen zu haben und der reuemüthige N. Meir im Traurne den wahren Sachverhalt erfährt und über seine angebliche Sünde beruhigt wird. Die stark abweichende Darstellung im Midrasch zum Dekalog trägt das" Gepräge der Entlehnung aus einem fremden nicht jüdischen Original und erinnert fast an eine buddhistische oder christliche Heiligenlegende. *) — In den meisten dieser Erzählungen spielt das Feuer eine Rolle, wie wir bereits in der Geschichte des R. Mathia b. Charasch gesehen haben. N. Zadok flüchtet sich, um den Zumuthun- ׳gen einer vornehmen Dame zu entgegen, in einen geheizten Ofen, ״denn wer der Leidenschaft fröhnt, ist reif für das ewige Feuer." (Kidd. 40 9). N. Ehijja bar Asche wollte sich in einen geheizten Ofen stürzen, weil er den Lockungen seiner eigenen als Hetäre verkleideten Frau nachgegeben hatte, bis ihn dieselbe %) Der Zug, daß R. Meir zur Buße für seine Sünde den Thieren aus ge setzt wirb, die ihn aber unbeschädigt lassen — bei R. Nissim ist von alle dem Nichts zn finden — ist unzweifelhaft aus einer fremden Quelle entlehnt. ״Eine der Eigenthümlichkeiten in der Gesch. der Heiligen ist die Herrschaft, welche sie über die Thierwelt ausüben" (Dunlop l. l. S. 303). In der chriglichen Heiligenlegende findet sich manches an die rabbinische Agada Anklingende. Ich erinnere nur an die Geschichte von C h oni המעגל (Taan. 23a) und die in den Sagen zahlreicher Völker wiederkehrende Legende von den sieben Schläfern (vergl. Gibbon's Gesch. des Verfalles u. s. w. deutsch von Sporschil 1862 B. VI, S. 211 ff). Die Schafe des h. Florentin werden regelmäßig von einem Bären auf die Weide und nach Hause geführt, während die Ziegen des R. Chanina ben Dosa auf ihren Hörnern jede einen Bären herbeischleppen (Taan. 25 a).

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