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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 2 · p. Seite 79

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 2
Article
Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
Date
1873-01-01
Page
Seite 79 (sequence 19)
Language
German
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Ein Beitrag zur Geschichte der Wanderung orientalischer Mährchen. 79 führt haben, den dann ewiges Unheil traf. Laß mich, also du verworfenes Weib!" Er warf dann feinen Mantel um sein Gesicht, daß er sie nicht mehr sah, und betete zunr Herrn. Als der Engel die unerschütterliche Frömmigkeit des Hirten sah, zog er sich zurück und stieg wieder in den H i m m e l. Dieses Thema ist in orientalischen Erzählungen sehr beliebt und ivird darum auch in Talmud und Midrasch öfter behandelt. N. Mathia b. Charasch war so schön, daß ״sein Gesicht der Sonne und sein Aussehen dem der Engel vergleichbar war," doch vertiefte er sich ausschließlich ins Studium der Lehre und erhob nie sein Auge zur Frau eines Andern. Ein Engel (שטן) bemerkte ihn und sprach: Sollte ein so wohlgestalteter Mensch der Sünde unzugänglich sein? und erbat (ich von Gott die Erlaubniß, denselben in Versuchung zu bringen, Er erschien ihm in Gestalt einer Frau, ״wie man sie in gleicher Schönheit seit N a a m a (Venus), der Schwester Tubalkain's, die selbst die Engel verführte, nicht gesehen hatte." R. Mathia b. CH. wich von der einen Seite zur andern aus, die Frau verfolgte ihn überall hin. Um der Versuchung zu entgehen, ließ der Fromme von seinen Schülern Nägel herbei holen, glühte dieselben in Feuer und that sie auf seine Augen. Als der Engel dieß sah, kehrte er entsetzt in den Himmel zurück. Gott ließ den Frommen durch den Engel Gabriel heilen und ihm die Zusicherung ertheilen, daß er fortan gegen jede Anfechtung der Sünde gefeit sein werde. (Midrasch אבכיר bei Jalk. zu Gen. 49, 22; Midrasch zum Dekalog in Jellinek's Beth Ham. I, 79—80). Ein Frommer pflegte den Satz: ״glaube nicht an dich bis zu deinem Todestage" (Aboth 2, 4) in verändeter Fassung zu citiren: ״glaube nicht an dich bis zum erreichten Greisenalter" und führte sich als Beispiel an, daß das Alter gegen die Lockungen der Sünde geschützt sei. Da erschien ihm ein Dämon in Gestalt einer schönen Fran und reizte ihn zur Sünde. Nachdem er der Verlockung gefolgt hatte, gab sich ihm der Dämon zu erkennen und sprach zu ihm: Aengstige dich nicht, ich wollte dir bloß deine Schwäche darthun, gehe hin und überhebe dich nicht tiber andre Menschenkinder (jer. Sabbat I, 4).

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