Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 22 (1873)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
- Date
- 1873-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 15)
- Language
- German
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Ein Beitrag zur Geschichte der Wanderung orientalischer Mährchen. 75 hervor, noch schöner als sie waren. Dann sagten sie ihr: ״Weißt Du,, wer wir sind?" ״Das weiß nur Gott." — ״Wisse denn, wir sind die zwei Laib Brod, die Du dein Bettler gegeben und durch!oelche Du Deine beiden Hände verloren hast." Snrnri im Commentar zu Sadi's Gulistän erzählt folgende einschlägige Geschichte: Mansur ben Ammur war eine Waise seine Mutter lebte vom Spinnen. Eines Tages gab sie ihm zwei Dirhem und sagte: Kaufe für den einen Brod, für den anderen Baumwolle. Er sah aber zwei Männer, deren einer den andern wegen zwei Dirhem vor den Richter schleppte; da schenkte er ihnen die seinigen und kehrte zu seiner Mutter zurück und erzählte es ihr und sie segnete iyn und gab ihm gesponnene Baumwolle, daß er dafür Etwas zu essen kaufen sollte. Als er auf den Markt kam, bot er seine Baumwolle aus und er begegnete einem Fischhändler, der nur noch zwei stinkende Fische übrig hatte; diese kaufte er für seine Baumwolle. Als aber seine Mutter die Fische aufschnitt, fand er darin eine kostbare Perle, die er für hunderttausend D i r h e nt verkaufte. Als er wieder in das Hans trat, rief eine Stimnte aus dem Winkel desselben: O Mansur, dieses ist der Ersatz für Deinen einen Dirhem, den andern Dirhein haben wir Dir für das andere Leben aufgehoben (Sadi's Rosengarten übers, von Graf S. 270). 6. M OlM W Ux Achm.') Der Vezier fragte dann den Prinzen: ״W erden Körper und Seele gleich sein in Lohn und Strafe?" — ״Sie nehmen gleichen Antheil an Allem, denn sie handeln auch hier in Gemeinschaft, wie einst ein Blinder und ein Lahmer." ״Was ist das für eine Geschichte?" — Ein Blutder und ein Lahmer, welche Freuitde waren und mit einander bettelten, wünschten sich eines Tages, ein reicher Mann möchte sie doch in seinen Garten attfnehmen; dies hörte ein gittherziger Mann, der einen Garten hatte, er bentitleidete sie, nahm sie in seinen Garten, pflückte ihnen Früchte, ließ sie im Garten und bat sie nitr. Nichts darin zu verderben. Sobald diese aber ditz ') 1001 Nacht von Weil IV, 19 ff.