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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 2 · p. Seite 74

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 2
Article
Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
Date
1873-01-01
Page
Seite 74 (sequence 14)
Language
German
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74 Rabbinische Agada's in 1001 Nacht. verlangte der Consul nach Fischen, der Diener erz ählte, es sei auf denl Markte nur Ein Fisch vorhanden gewesen, den ein Jude für ein Pfund Dinare erstanden habe. ״Kennst Du den Mann?" frug der Consul. ״Ja wohl" antwortete der Diener. — ״Nun, so hole ihn, (denn sicherlich hat er in dem Fische einen Schatz gefunden, der dem König gehört.') Der Jude wurde herbeigeholt. Nach seinem Stande befragt, gab er an, ein Schneider zu sein. ״Ißt denn aber auch ein Schneider einen Fisch, der ein Pfund Dinare kostet?" — ״Wisse, — sprach der Jude zum Consul — wir haben einen Tag, der uns der vorzüglichste aller Tage des Jahres ist, weil an ihm alle unsere Sünden vergeben werden. Deshalh unterlassen wir Nichts, was zur Auszeichnung des Tages beitragen könnte." Darauf hin wurde der Mann entlassen. Gatt belohnte seine Frömmigkeit, und ließ ihn in dem Fische eine ko st bare Perle finden, von deren Erlöse er sein Lebenlang alle seine Bedürfnisse bestreiten konnte. Hierher gehört auch die Erzählung im Midrasch 31t Kohel. XI, 1 : Ein Mann pflegte jeden Tag ein B r o d in den Ocean (לימא רבא) zu werfen. Eines Tages kaufte derselbe einen Fisch, in welchem er einen Schatz (סומא eine Kostbarkeit) fand. Da sagten die Leute: Das ist dem Manne von seinem Brode gekommen, das er ins Meer geivorfeu hat, denn also heißt es: (Kohel. 11,1) Wirf hin Dein Brod über die Wasser. — Diese Erzählung erinnert an die ״Geschichte der unglücklichen Frau mit dem Bettler" (1001 Nacht von Weil IV, 41—42). Ein König verbot einst seinen Unterthanen, Almosen zu geben und ließ Jedem, der diesem Verbote zuwider handelte, die Hand abhauen. Eines Abends kam ein hungriger Bettler zu einer Frau und forderte Alnrosen. Sie gab ihm trotz des königlichen Verbotes zwei Laib Brod, worauf ihr denn der König die beiden Hände abschneiden ließ. Sie irrte mit ihrem Kinde umher und ließ dasselbe einst ins Wasser fallen. Zwei Männer kamen des Weges, beteten zu Gott und das Kind kam unverletzt aus dem Wasser.^) Auf das Gebet derselben Männer wuchsen der Frau auch die beiden Hände wieder '1 Die eingeklammerten Worte fehlen in Ber. Rabba. *) vgl. die Geschichte der Tochter Nechunja's des Brunncngräbers B. Kama 50 a,

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