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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1873-01-01 · Heft 2 · p. Seite 72

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
22 (1873)
Issue
Heft 2
Article
Rabbinische Agada's in 1001 Nacht
Date
1873-01-01
Page
Seite 72 (sequence 12)
Language
German
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72 Rabbinische Agada's in 1001 Nacht. Die Sage vom Fische, der eine Perle in sich birgt, wird öfter im Talmud und Midrasch erwähnt: Sabbat 1193: Joseph (oder nach der Leseart Zacuto's: Iosö) mit dem Beinamen der Sabbatfreund (יוסף מוקיר שבי) wohnte in der Nachbarschaft eines sehr begüterten Heiden, dem die Sterndeuter (Chaldäer) sagten: Dein ganzes Vermögen wird einst Joseph verzehren. In Folge dessen verkaufte der Heide alle seine Besitzthümer und kaufte sich eine Perle, die er an seinem Helme (י בסייניה) befestigte. Beim Ueberschreiten eines Flusses riß ihm der Wind die Perle vom Helme und schleuderte sie ins Wasser, (nach N. Nissim 10 ספורי מעשיות b: in den Euphrat,^ wo sie ein Fisch verschlang. Bald darauf ward der Fisch gefangen und dem Joseph am Rüsttage des Sabbat znm Kauf angeboten. Joseph kaufte denselben, spaltete ihn und fand die Perle darin, welche er für dreizehn Gefäße (oder Kammern) voll Golddinaren (ס תיל י סר עלית א ף So lesen^Aruch und Raschi, während Spätere das ihnen unverständliche Fremdwort in בסדיכיה geändert haben. מיין, das hier und Sabbat 138 b י א נ D) in der Bedeutung Helm, Kopfbedeckung vorkommt, ist zu syr. סב — ולתא zend.:?äravära Helm, Kopfbedeckung Justi, Handbuch der Zendsprache 294, Lagarde ges. Abh. 72) zu halten. Schon das Vorkommen der seltenen Fremdwörter gibt einen Fingerzeig, dah der Ursprung der Erzählung in persischen Kreisen zu suchen ist. — Ueber die enormen Preise, die im Alterthume für kostbareWerlen bezahlt wurden, vgl. Plinius hist. nat. IX, 35. Wie in der talmud. Agada der Heide die Perle an seinem Helme befestigt, von welchem sie i h m d e r W i n d herabschleudert, so hüllte Chogia Hasan alhabbal (der Seiler, 1001 Nacht von G. Weil III, 188 ff.), die ihn geschenkten Goldstücks in die Falten seiner Kopfbedeckung, die ihm ein Hühnergeier entführte. Zum Lohne für'eine dem Fischer erwiesene Gefälligkeit übersendet ihm dieser den beim ersten Zuge gefangenen Fisch und Chogia Hasan findet in den Eingeweiden desselben einen großen Diamant, den er für 100,000 Goldstücke verkaufte und später als die größte Kostbarfeit in der Schatzkammer Harun Alraschid's prangen sah. — Der Unterschied, daß nach der talmudischen Agada die Kopfbedeckung durch den Wind und nach der arabischen Erzählung durch einen Geier fortgetragen wird, kann meines Erachtens in folgender Weise erklärt werden. Die talmudische Phrase Sabbat 119 a lautet: אפר חיה זיקא, der Wind ließ ihn fortfliegen. ן י ק א Wind ist im Munde eines späteren Erzählers zu בזיקא syr. Kabicht, F alle, pers. ar. häz geworden, also #פרחיה בזיקא der Habicht, Geier ließ ihn fortfliegen, flog mit ihm fort.

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